Schuster, Hans
Arbeiterturner im Kampf um die Jugend: zur Geschichte des revolutionären Arbeitersports 1893 - 1914: zur Geschichte des revolutionären Arbeitersports 1893 - 1914 — Berlin, 1962

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II.

Der Aufbau der Jugendarbeit
im Arbeiter-Turnerbund (1893—1904)
1. Die Bedeutung der Jugendarbeit
Bevor wir im einzelnen den Beginn und die Entwicklung der Ju-
gendarbeit des Arbeiter-Turnerbundes in der ersten Phase dar-
stellen wollen, soll zunächst noch einiges über die Lage der prole-
tarischen Jugend gesagt und die Rolle des ATB in diesem Zusam-
menhang eingeschätzt werden. Erst mehr als 10 Jahre nach der
Gründung des Arbeiter-Turnerbundes entstanden in Deutschland
selbständige proletarische Jugendorganisationen. Die Ursachen
für die Formierung der Arbeiterjugendbewegung liegen in erster
Linie in den sich seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts
immer stürmischer umgestaltenden Wirtschaftsbeziehungen. Da-
mit war eine grundlegende Veränderung der Arbeits- und Fami-
lienverhältnisse verbunden. Die Umwandlung Deutschlands aus
einem Agrarland in ein fortgeschrittenes Industrieland ließ das
Heer der Industriearbeiter sehr schnell anwachsen. Im Verhältnis
dazu noch rascher stieg die Zahl der in mittleren und Großbetrie-
ben beschäftigten jugendlichen Arbeiter.1 Dadurch erhöhte sich
der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtzahl der Industriear-
beiter ganz beträchtlich.2 Die weitgehende Einbeziehung jugend-
licher Arbeitskräfte in den Produktionsprozeß hatte im wesent-
lichen zwei Gründe, die in einer Resolution der Internationalen
Jugendkonferenz 1907 in Stuttgart genannt wurden:
„Die jugendlichen Arbeitskräfte werden von den Kapitalisten bevor-
zugt, weil ihre Erhaltungskosten geringer sind als die der erwachse-
nen Arbeiter. Im Wesen des Kapitalismus liegt es, die ihm zur
Verfügung stehenden Arbeitskräfte nach Möglichkeit auszubeuten.

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