Schuster, Hans
Arbeiterturner im Kampf um die Jugend: zur Geschichte des revolutionären Arbeitersports 1893 - 1914: zur Geschichte des revolutionären Arbeitersports 1893 - 1914 — Berlin, 1962

Page: 172
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SCHLUSSBEMERKUNGEN

Anfang August 1914 begann unter besonderer Verantwortung der
deutschen Imperialisten das Verbrechen des ersten Weltkrieges.
Von langer Hand vorbereitet, war er ein Mittel des Kampfes der
imperialistischen Staaten um die territoriale Neuaufteilung der
Welt, um Rohstoffquellen, Absatzmärkte, billige Arbeitskräfte,
ein Ergebnis des Wettrüstens und des Konkurrenzkampfes der
Monopole.1 Zwei mächtige Kriegsblöcke batten sich auf ein gewal-
tiges Völkermorden vorbereitet, als der deutsche Imperialismus den
Krieg auslöste. Kein noch so lautes „patriotisches“ und „vater-
ländisches“ Gebrüll konnte verschleiern, daß der Krieg mit dem
erklärten Ziele geführt wurde, fremde Territorien zu erobern,
andere Völker zu versklaven und die Vorherrschaft in der Welt
zu sichern. Es handelte sich um einen Krieg gegen die Interessen
der Völker und für den Maximalprofit des Monopolkapitals.
Schon Jahre zuvor hatten die Kongresse der II. Internationale
gegen die Politik der Kriegstreiber Stellung genommen. In ein-
drucksvollen Massenkundgebungen protestierten die Arbeiter in
vielen Ländern gegen die Machenschaften der Kriegsbrandstifter.
Sie warteten auf den Aufruf zum Kampf. Doch hinter dem Rücken
der Massen paktierten die rechten Führer der Sozialdemokratie
mit den imperialistischen Regierungen. Am 4. August 1914 be-
willigte die Reichstagsfraktion der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands die Kriegskredite für den imperialistischen Krieg
und sagte sich damit offen von den in Stuttgart 1907 und Basel
1912 gegebenen feierlichen Verpflichtungen los, den erzreaktio-
nären Krieg zu bekämpfen. Vier Jahre lang büßte die deutsche
Arbeiterklasse mit ihrem Blute für diesen schändlichen Verrat
ihrer Führer. Hinter der Maske der Verteidigung gegen die zari-
stische Barbarei verbargen sozialdemokratische Führer ihre Kom-
plicenschaft bei der Aggression des kaiserlich-deutschen Impe-
rialismus. Sie bezogen die Position des Sozialchauvinismus und

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