Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 40
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II. Capitel.

Die widerstehenden und bewegenden Arbeiten bei Port-
schaffung von Eisenbahnzugen.

Bearbeitet von
(j e o r g Me y e r,
König], Maschinenmeister der Oberschlesischen Eisenbahn in Ratibor.

Hierzu die Tafel II.)

§ 1. Allgemeines. — Bewegt sich auf der Bahn eine Locomotive mit einem
angehängten Zuge, so kann man im Allgemeinen zwei Bewegungszustände unterscheiden,
und zwar ist bei dem einen der Beharrungszustand vorhanden, bei dem anderen da-
gegen nicht. Ist der Beharrungszustand vorhanden, so sind die widerstehenden und
bewegenden Kräfte völlig im Gleichgewichte und es geschehen alsdann die Triebrad-
Umdrehungen der Locomotive in gleichen Zeiten. Eine Aenderung des Beharrungs-
zustandes tritt ein, wenn die widerstehenden und bewegenden Kräfte nicht mehr im
Gleichgewichte sind, sonach bei jeder Geschwindigkeits-Aenderung und bei einer
Aenderung der bewegenden oder widerstehenden Kräfte.

Bezeichnet W den vorläufig als constant angenommenen Widerstand eines mit
einer beliebigen veränderlichen Geschwindigkeit v sich fortbewegenden Zuges, ferner
P die bewegende Kraft, sowie M sämmtliche im Zuge befindliche, in fortschreitender
Bewegung begriffene Massen, m die gleichzeitig im Zuge befindlichen, auf den be-
treffenden Radumfang reducirten rotirenden Massen (die Bewegung der in der Zug-
richtung hin und her gehenden Massen braucht nicht berücksichtigt zu werden, da
dieselbe keinen directen Einfluss auf die widerstehende, resp. bewegende Arbeit
ausübt), so ist allgemein für den Weg s:
1) j* P d s = J‘ TV d s -1- f' [M -f- m) v dv.
Die Grösse f P ds stellt die von der Locomotive ausgeübte bewegende Arbeit
dar und zwar ist P diejenige Kraft, welche den ganzen Zug: Locomotive, Tender und
Wagen fortbewegt. Der auf der rechten Seite der vorstehenden Gleichung stehende
Ausdruck J TV ds repräsentirt für den Beharrungszustand sämmtliche im Zuge zur
Wirkung kommende widerstehende Arbeit, während durch f (M + m) v dv die
einer beliebigen Geschwindigkeits - Aenderung entsprechende Arbeitsgrösse darge-
stellt wird.
Nimmt der Zug eine gleichförmige Bewegung an, so ist dv = o und man hat
alsdann;
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