Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 107
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III. Capitel.







Die Locomotive im Allgemeinen und die Entwickelung
ihrer Grundverhältnisse.
Bearbeitet von
0. (* r o v e ,
Professor an der polytechnischen Schule zu Hannover.

L Aufgabe, Einrichtung und Einteilung der Locomotiven
$ 1. Aufgabe der Locomotive. — Von einer Locomotive für Eisenbahnen
wird verlangt die Fortschaffung eines gegebenen Zuges auf einer hinsichtlich der Stei-
gung und Krümmung bestimmten Bahnstrecke mit einer festgesetzten Geschwindigkeit
durch unmittelbare Verbindung mit dem Zuge. Nach Anleitung des vorhergehenden
Capitels kann die Grösse des Widerstandes ermittelt werden, welchen das Fortschaffen
des Zuges unter vorliegenden Verhältnissen der Locomotive verursacht; es kommt
darauf an, die Locomotive so kräftig herzustellen, dass sie diesen Widerstand mit der
verlangten Geschwindigkeit zu überwinden vermag und zwar mit grosser Sicherheit
und geringen Betriebskosten. Die von der Locomotive auf den Eisenhahnzug zu
seiner Bewegung übertragene Kraft heisst die Zugkraft derselben.
Bei dem Eisenbahnbetriebe muss die Rücksicht auf die Sicherheit der Rück-
sicht auf die Kosten vorangestellt werden, weil die Gesundheit, selbst das Leben der
Menschen auf dem Spiele steht. Die Sicherheit lässt sich fördern, soweit es die
Locomotive angeht, indem man zunächst die möglichste Einfachheit der Construc-
tion anstrebt, weil die Weglassung jedes nur irgend für die Sicherheit entbehrlichen
Theiles die Veranlassung zu Unfällen durch Bruch, Lösung, falschen Gebrauch u. s. w,
desselben beseitigt, ferner die einzelnen Theile übersichtlich und zugänglich an-
ordnet zur leichten Entdeckung und Ausbesserung entstehender Schäden, sodann die
Dimensionen gewissenhaft bestimmt, ihrer Beanspruchung durch die auftretenden Kräfte
gemäss, endlich das beste Material verwendet und sieh der grössten Sorgfalt in der
Anfertigung, Wartung und Unterhaltung der Maschine befleissigt.
§ 2. Einrichtung der Locomotive. — Die Locomotive besteht aus der Ver-
bindung eines Eisenbahnwagens mit einer Kraftmaschine, zu welcher gegenwärtig die
Dampfmaschine ausschliesslich benutzt wird. In Fig. 1 und 2 ist mit einfachen Linien
eine vielfach angewandte Locomotive (Fig. 1 im VertiealJängenschnitt und Fig.2, die
eine Hälfte im Grundriss, die andere im Horizontalschnitt) dargestellt.
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