Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 486
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JX. Capitel.

Construction der Cylinder, Stopfbuchsen, Kolben, Dich- ;
tungsringe, Kolbenstangenführungen und Kreuzköpfe.
Selbstthätige Schmierapparate.
Bearbeitet von
AIplions Petzhol dt,
Civilingenieur in Hannover.
(Hierzu die Tafeln XXV bis XXVIII.)

§ 1. Dampfcylinder. — Die Cylinder sind mit den in ihnen spielenden
Kolben als die Organe zur ersten Entwickelung der mechanischen Arbeit des Kessel-
dampfes zu betrachten und zwar insofern als die bedingenden Factoren für die
mechanische Arbeit des Dampfes sind:
1) Der Cylinderdurchmesser im Kolbenwege, indem derselbe den Durchmesser
des Dampfkolbens in den Contactringen bestimmt, weshalb es gestattet ist, Kolben-
lind Cylinderdurchmesser zu identificiren , obgleich Ersterer an sich kleiner ist und
erst durch die Armatur, d. h. die Expansionsringe, auf das genaue Maass der Cy-
linderweite gebracht wird;
2) die Länge des Cylinders im Kolbenwege, indem der Kolbenweg durch den i
mechanischen Zusammenhang mit der Kurbel (Achsencentrum bis Zapfencentrum) be- I
stimmt wird, folglich gleich dem Durchmesser des Kurbelkreises ist..
Da jedoch der letztere Werth durch das praktisch zulässige Verhältniss zwi-
schen Kraftarm und Lastarm fixirt ist, so sehen wir hierdurch direct auch den Kolben-
hub und somit zugleich die theoretische Cylinderlänge in diese Grenzen verwiesen.
Beide Elemente bedingen die Capacität des Cylinders und es bedarf keines Hinweises,
dass dieselbe mit der Capacität des Kessels, d. h. mit dem Dampf bildungsvermögen
in richtigem Verhältnisse stehen müsse. Maschinen mit grossen Cylindern müssen
daher entsprechend grosse Heizflächen aufweisen, wofern die Leistung dauernd ver-
langt wird.
Hierin eben liegen die praktischen Grenzen für die Maxima des Courses und
des Kolbendiameters, denn beide bestimmen die Volumina der Dampfcylinder. Letztere
aber sind abhängig von der zu erzielenden Dampfentwickelung pro Zeiteinheit, also
vom Kessel.
Ausnahmsweise kann die Anwendung von verhältnissmässig grossen Cylindern
Vorkommen, z. B. bei Rangirmaschinen, wo es gilt, grosse Leistungen zu entwickeln

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