Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 625
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/33-7056-3/0643
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
XT. Capitel.

lieber Triebachsen, Kurbelachsen, Radsterne, Kurbel-
und Kuppelstangen.
Bearbeitet von
Alplions Petzholdt,
Civilingenieur in Hannover.
(Hierzu Tafel XXXIII.)

A., Von clen Trieb- und Kuppelachsen der Locomotiven,

§1. Zahl und Vertlieilung der Achsen. — Die Zahl der Achsen, mit
welcher die Locomotive ausgerüstet wird, ist offenbar eine Function der Totallast des
dienstfähigen Motors, indem zunächst von dem Grundsätze ausgegangen werden muss,
dass eine bestimmte Belastung pro Achse resp. Bad nicht überschritten werden dürfe.
Wenn man dagegen geltend gemacht hat, dass die Achsen in beliebig stärkeren Di-
mension eil erschmiedet werden könnten, um die Belastung, unter Beibehaltung der
gewöhnlichen Betriebssicherheit, entsprechend steigern zu dürfen, so stellt andrerseits
die derzeitige Construction des Oberbaues dem entgegen, und in der That wird es
wohl schwerlich Jemandem einfallen, z. B. der zweiachsigen Locomotive zu Liebe,
die Baukosten der ganzen Eisenbahn um Procente zu steigern. Insbesondere auch
müsste diese Anforderung für die Construction sämmtlicher Eisenbrücken von schwer
wiegender Bedeutung werden, deren Dimensionen bekanntlich nach der Maximalbc-
lastung des Locomotivrades und dem kleinsten Badstande in erster Linie zu bemessen
sind. Nach dem Gewicht der Traversen aber und deren erforderliche Entfernung, d. h.
Anzahl, richtet sich das Gewicht des ganzen Hauptträgers, mithin auch das der lau-
fenden Längeneinheit des Objectes und darnach wiederum der Preis.
Das heute feststehende Maximum der Achsenbelastung beträgt jedoch 14 'rön-
nen und wird in der Praxis fast nie ertheilt. Das äusserste noch zulässige Dienst-
gewicht der schwersten zweiachsigen Locomotive wird demnach nicht grösser als 28
Tonnen sein können, und darin liegt zugleich die Beschränkung der Verwendbarkeit
dieser Type, d. h. ihre Anwendung auf relativ grosse, aber absolut kleine Leistungen
in Bezug auf Zugkraft und Geschwindigkeit. Die Praxis lehrt, dass für viele Fälle
kaum das Doppelte dieser Adhäsion (28 Tonnen) den derzeitigen Anforderungen Ge-
nüge leistet, und dass man genöthigt ist, das ungeheure Maschinengewicht auf 3, 4,
ä, ja G Achsen abzuladen, und deren Beanspruchung überhaupt — aus höchst aner-
Handbuch d. sp. Eisenbahn-Technik. III.

40
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list