Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 702
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/33-7056-3/0720
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
XII. Capitel.

Construction der Tragfedern, Balanciers, Achsbüchsen
(System Hall), Achsgabeln und Stellvorrichtungen.

Bearbeitet von
J. Klövekorn,
Maschinenmeister der Königl. Preuss. Ostbahn in Schneidemühl.
(Hierzu Tafel XXXIV bis XXXVI.)

$ 1. Einleitung. Die in diesem Capitel behandelten Tlieile bilden diejenigen
Organe der Locomotive, vermittelst deren die Achsen das Gestell mit dem Kessel
und der Maschine tragen. Zunächst dient dazu die Achsbuchse, ein im Allgemeinen
hufeisenförmiges Stück, das mit seiner Höhlung auf dem Lagerhalse oder Schenkel
der Achse liegt, die sich in derselben dreht. Die offene Form des Lagers ist da-
durch bedingt, dass die Locomotivachsen grösstentbeils, im Gegensätze zu den Tender-
und Wagen-Achsen, keine freistehenden Schenkel haben, das Aufbringen eines ge-
schlossenen Stückes also unmöglich sein würde. Da ein grosser Theil des Widerstandes,

den die Locomotive der

Bewegung

entgegensetzt, in dei

Achsenreibung

ist eine gute Construction und sorgfältige Oelung der

besteht,
von grosser
mit diesem der Kessel und die
der bei der Fahrt entstehenden

Achslager

so

Wichtig-

keit. Auf den Achsbuchsen ruht der Rahmen und
Maschine. Da nun eine directe Auflagerung wegen
Stösse unzulässig ist, so sind zwischen die Rahmen und die Achsbuchsen Federn
nebst verschiedenem Zubehör (Federstützen, Gehänge und Balanciers) gelegt, welche
die gegen die Achsen wirkenden Stösse auffangen. In Folge dieser Federung ist die
Lage der Maschine gegen die Achsen in verticalem Sinne stets veränderlich, weshalb
die Verbindung der Achsbüchsen mit dem Rahmen derart sein muss, dass sie diese
verticale Aenderung gestattet, ohne dass dabei die feste Lage in horizontalem Sinne
beeinträchtigt wird. Es sind daher an den Locomotivrahmen durch die Achsgabeln
Schlitze gebildet, in denen die Achsbüchsen sich vertical verschieben können. Zur
Regulirung der Weite dieser Schlitze sind Stellvorrichtungen construirt.
$ 2. Construction der Achsbüchsen. — Die allgemeine Form der Achsbüchsen
zeigen die Figuren 1—3, p. 703. A ist der Hauptkörper der Achsbuchse, welcher
früher fast ausschliesslich von Gusseisen angefertigt wurde. An den beiden Seiten
befinden sieb die mit Schmiernuthen versehenen Vertiefungen b b in denen die Achs-
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list