Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 830
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XYT. Capitel.
Construction der Tender.
Bearbeitet von
eil. Strick,
Maschinen-Oberinspector der Sächsischen Staatsbahnen in Dresden.

(Hierzu Tafel XLVI bis XLVTII.)

§ 1. Alli »eineines über Tender. — Das Bedürfnisse bei längeren Fahrten
mit der Locomotive einen grösseren Vorrath von Brennmaterial und Wasser mit-
zuführen, der es ermöglicht, weitere Strecken zu durchfahren, ohne die Locomotive
von Neuem mit den genannten Materialien zu versehen, führte zu der Construction
eines besonderen Proviantwagens, welcher zur Unterbringung eines grösseren Vorraths
besonders geeignet ist und stets unmittelbar hinter der Maschine in enger Verbindung
mit dieser so placirt ist, dass während der Fahrt eine bequeme Communication
zwischen beiden stattfinden kann.
So dringend auch dieses Bedilrfniss in den meisten Fällen auftritt, so giebt es
doch Verhältnisse, unter denen dieser Proviantwagen, Tender genannt, entbehrlich ist,
ja sogar die Unterbringung eines geringeren Quantums von Wasser und Brennmaterial
auf der Locomotive selbst gewisse Vortheile bietet, welche die Nachtheile einer
öfteren Aufnahme dieser Materialien erheblich überwiegen.
Solche Locomotiven, welche, da sie den Zweck des Tenders gleichzeitig mit
erfüllen, den Namen Tendermaschinen erhalten haben, finden wir in dem
XIX. Capitel dieses Bandes eingehender behandelt.
Aus dem Gesagten geht schon hervor, welche wesentlichen Anforderungen man
an den Tender zu stellen hat. Derselbe muss ein möglichst grosses Quantum Brenn-
material fassen, da gerade die Aufnahme Dieses sehr zeitraubend ist und deshalb in
der Regel nur auf den Endstationen geschehen kann. Der Tender muss ferner ein
der Lage der Wasserstationen, den Gefall Verhältnissen der Bahn und der Gattung der
Züge angemessenes Quantum Wasser aufnehmen können; beide Materialien müssen
bequem dem Tender zu entnehmen sein, um sie nach Bedarf der Locomotive zuzu-
führen. Dabei erfordert der Tender eine sehr solide Construction, damit er den Kraft-
äusserungen der Maschine, welche in der Regel durch ihn aui andere Fuhrwerke
übertragen werden und sich nicht selten als kräftige Stösse kundgeben, zu wider-

stehen vermag.
Ist nun auch mit der Aufnahme von Wasser und Brennmaterial der Haupt-
zweck des Tenders erfüllt, so hat man es doch verstanden, denselben noch in anderer
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