Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 921
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XVIII. Capitol.

Gebirgsmaschinen (System Meyer, Fairlic, Bcugniot,
Engerth, Vaessen etc.).

Bearbeitet von
Alphons Petzliuldt,
Civilingenieur in Hannover.

(Hierzu die Tafeln LIY bis LYII.)



insport

$ 1. Vorbemerkungen. — Wir betrachten im Nachfolgenden die Gcbirgs-
maschine für Bahnen, deren Steigungsverhältnisse mit den gewöhnlichen Hiilfs-
mitteln (glatte Räder, glatte Schienen) also ohne künstliche Adhäsion überwunden
werden, und knüpfen daran der Vollständigkeit wegen einige Bemerkungen über die
Maschinen mit künstlicher Adhäsion.
Die Grenzen des Locomotivbetriebes ohne Zuhülfenahme künstlicher Adhäsion
betragen 50 pro 1000 (1 : 20), indem bei Ueberschreitung dieses Verhältnisses der
Betrieb mit Locomotiven gewöhnlicher Construction auf gewöhnlichem Oberbau ent-
weder an sich unmöglich oder ökonomisch unvorteilhaft sich gestaltet. Im Allge-
meinen wird man das Steigungsverhältniss von 1 : 40 (25 pro 1000) als Maximum
der zulässigen Steigung zu betrachten haben, namentlich in Bezug auf die Rentabili-
tätsverhältnisse und in Bedeutung der Bahn an sich, deren Leistung natürlich um so
kleiner ist, je grösser die Betriebsschwierigkeiten sich darstellen und je häufiger die
Betriebsstörungen werden. Dies gilt indessen, wie gesagt, nur im Allgemeinen, und
schliesst daher keineswegs aus, dass auch hier und da eine Bahn, die mehr als 1 :40
steigt, rentabel sein könne. Die in neuester Zeit in Mexico, Chili, Peru, Bolivia und
Brasilien erbauten Gebirgsbahnen erreichen mit ihren Steigungen sämmtlich die
Grenze des gewöhnlichen Locomotivbetriebes und werden mit Fairlie- Locomotiven
bedient, die sich dort ganz vortrefflich zu bewähren scheinen; doch müssen erst
weitere Erfahrungen der Praxis abgewartet werden, um ein sicheres Ürtheil über die
Brauchbarkeit dieses Systemes fällen zu können. Diejenigen Bahnen und deren
Motoren jedoch, welche für künstliche Adhäsion geschaffen mit oder ohne Mittel-
schiene resp. Zahnstange (denn letztere ist nichts Anderes als eine Mittelschiene)
bestimmt sind, sollen nicht liier, sondern in einem Ergänzungsbande, die Secundär-
und Tertiärbahnen betreffend, eingehende Behandlung finden, weshalb wir diese
Systeme hier sowohl, wie in den nachfolgenden Betrachtungen gänzlich ausschliessen.
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