Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Locomotivbau — Leipzig, 1875

Page: 980
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/33-7056-3/0996
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
XIX. Capitel.

Vierrädrige Maschinen, Tendermaschinen, Rangir-
maschinen.

Bearbeitet von
A I ]>li ons Petzho Id t,
Civilingenieur in Hannover.

(Hierzu Tafel LYIII.)

werden im Nachfolgenden die Con-
zugleich Tender-

§ 1. Vorbemerkung. — Streng genommen lassen sich die die Ueberschrift
dieses Capitels bildenden Locomotivcategorien nicht von einander trennen, wofern wir
nicht eine ganz einseitige Behandlung einer jeden derselben vorziehen (wozu wir
indessen dennoch gezwungen sind) , — insofern nämlich die vierrädrige Locomotive
in der Kegel zugleich auch Tendermaschine ist, diese letztere aber wiederum vor-
wiegend in vierrädriger Gestalt uns entgegentritt, während endlich die Kangirmaschine
gewissermaassen beide Typen in sich vereinigt, indem sie nämlich als zweiachsige
Tendermaschine mit besonderer Vorliebe in Verwendung kommt, falls dergleichen, dem
Bahnhofdienst bestimmte Motoren nicht das Resultat eines Umbaues aus alten Loco-
motiven sind, in welchem Falle sehr häutig eine Laufachse vorhanden.
§ 2. Vierrädrige Locomotiven. — Wir
struction dieser Maschinen, ganz unabhängig davon, ob dieselben
maschinell sind oder nicht, vom allgemeinen Gesichtspunkte betrachten und sodann
auf einige der besseren Ausführungen zweiachsiger Locomotiven specieller eingehen,
und diesem Principe auch später bei den Tendermaschinen, sowie bei den Kangir-
maschinen treu zu bleiben suchen.
Die Zwecke, für welche zweiachsige Maschinen in Verwendung kommen, sind,
wie schon aus den soeben gemachten Andeutungen hervorgeht, ausserordentlich ver-
schiedene. Während sie auf manchen Bahnen nur zum Rangirdienst verwendet
werden oder für Bau- und Secundärbahnbetrieb dienen, functionireu sie auf anderen
Bahnen als Coursmaschinen für den regelmässigen Dienst längerer oder kürzerer
Betriebsstrecken; bald für den Personen-, bald für den Güter-, bald für den ge-
mischten Verkehr. In manchen Ländern (Schweiz und Oldenburg) sind die zwei-
achsigen Maschinen sogar vor Courierzügen im Dienst, was indessen aus bereits
erläuterten Gründen keineswegs Nachahmung verdient.
Nicht minder verschieden als die Betriebszwecke sind die Längenprofile, auf
denen vierrädrige Maschinen deren zwei Achsen selbstverständlich stets verkuppelt
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list