Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

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I. Capitel.
Die Eisenbahnwagen und ihre Beziehungen zum Bahnbau.

Bearbeitet von
E d u a r d So 11 n e,
Baurath, Professor am Polytechnicum in Stuttgart.

(Hierzu Tafel I und 0 Holzschnitte.)

lasse

Weg,

§ 1. Einleitung; und Uebersicht. — Es ist eine Eigentümlichkeit der Eisenbahnen,
dass bei denselben noch mehr, als bei andern Verkehrsmitteln eine Wechselwirkung zwi-
schen dem Wege und den Fahrzeugen zu Tage tritt. Man darf zwar auch beim Bau der
Wasserstrassen and der gewöhnlichen Landstrassen die Rücksichten auf die Schilfe und
die Fuhrwerke nicht ausser Acht lassen. Nach den Schiften müssen sich bei Canal- und
Hafenanlagen vielfach Lage und Dimensionen der Bauwerke richten; für die Steigungs-
verhältnisse der Kunststrassen sind Gewicht, Ladung und Anzahl der Fuhrwerke, sowie
die Eigentümlichkeiten der tierischen Motoren maassgebend. Ein solcher Zusammen-
hang zwischen Fuhrwerk und Strasse macht sich aber bei den Eisenbahnen in erhöhtem
bemerklich, bei ihnen sind, wie schon Stephenson hervorzuheben pflegte,
joeomotive und Wagen wie eine einzige Maschine, Schiene und Rad wie »Mann
und Weib« zu betrachten.
Es ist nun Zweck dieses ersten Capitels des zweiten Bandes unseres Handbuchs
die Punkte besonders hervorzuheben, in Betreff deren die Beziehungen zwischen der Bahn
und den Eisenbahnwagen besonders wichtig sind, nachdem wir zuvor eine kurze lieber-
sicht über die Entwickelung der Hauptformen der Eisenbahnwagen gegeben haben wer-
den. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um den Einfluss der verschiedenen Wagen-
systeme aui die Stationsanlagen, um den Zusammenhang der in den Wagenprofilen
hervortretenden Dimensionen mit den Abmessungen des Normalprofils des lichten Raumes,
um den Radstand und die Längendimensionen der Wagen, soweit dieselben einerseits
Einfluss aut die Baulichkeiten der Bahnhöfe, andererseits aber Einfluss auf die Curven
der Bahnen haben und endlich um die Beziehungen zwischen den Formen der Rad-
reifen und der Schienen.
Eine zusammenhängende Besprechung aller dieser Verhältnisse wird hier zum
ersten Male versucht, und muss somit der Verfasser um nachsichtige Beurtheilung seines
Versuchs bitten.
§ 2. Ausbildung der Grundformen der Eisenbahnwagen in England.
(Vierrädrige Wagen.) — Wenn man unter einer »Bahn« einen Weg versteht, auf dem
nur zwei Streifen für die Räder der Fuhrwerke befestigt sind, so kann man dieselbe als
eine der ersten und ursprünglichen Gestalten künstlicher Wege betrachten; in gleicher
Handbuch d. sp. Eisenbahn-Technik. 11. 2. Auli i
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