Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 33
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II. Capitel.

Die Construction und Fabrikation der Räder von den
Eisenbahnfahrzeugen.

Bearbeitet von
Heusinger von Wald egg ,
Oberingenieur in Hannover.

(Hierzu Tafel II und III.)

§ 1. Einleitung und Eintheilung der Räder. — Die wichtigsten Theile der
Eisenbahnfahrzeuge sind die Räder und Achsen. Dieselben haben die heftigsten Stösse
auszuhalten, sie müssen die Wagen sicher unterstützen und im Gleise erhalten; ihre
Anfertigung erfordert daher die besten Materialien und muss die Ausführung auf das
Solideste und mit grosser Sorgfalt geschehen.
Die Hamburger technischen Vereinbarungen des D. E. V. enthalten darüber im
§ 157 folgende Bestimmungen:
»Räder aus bestem Schmiedeeisen oder Stahl haben sieh für Loeomotiven,
Tender und Wagen am meisten bewährt; für die Naben ist auch die Anwendung
von Gusseisen zulässig. Für nicht gebremste Wagenräder dürfen die Radsterne
auch von Holz angefertigt sein. Unter Güterwagen ohne Bremse können bei
sorgfältiger Revision Schalengussräder verwendet werden.«
Die Construction der Räder ist sehr verschieden; die gegenwärtig auf den ver-
schiedenen Bahnen am meisten in Gebrauch befindlichen Räder lassen sich in zwei
Hauptclassen mit mehreren Unterabtheilungen eintheilen, nämlich:
A. Speichenräder.
a. Gegossene Speichenräder mit angegossenem Schalengussreife.
b. Dergleichen mit aufgezogener gewalzten Bandage.
e. Geschmiedete Speichenräder mit gebogenen Speichen (System Losli)
und gusseiserner Nabe.
d. Dergleichen mit schmiedeeiserner Nabe.
e. Schmiedeeiserne Speichenräder mit geschweisstem Felgenkranz und an-
geschweisster Nahe nach der Handfabrikation (System Sharp) mit
Speichen von rechteckigem Querschnitt.
f. Dergleichen in Formen geschmiedet und geschweisst (System Biquet)
mit Speichen von ovalem und abgerundetem rechteckigen Querschnitt.
Handbuch d. sp. Eisenbahn-Technik. II. 2. Aufl. o
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