Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 177
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V. Capitel.
onstruction der Tragfedern.

Bearbeitet von
C. H 1 a d i k ,
Betriebs-Inspector der Kaiser Franz-Josephs-Bahn in Pilsen.
Nebst Zusätzen von
Heusinger von Waldegg.
(Hierzu die Tafeln VII und VIII.)

§ 1. Einleitung und Eintlieilung der Federn. — Während die Buffer- und
Zugfedern der Eisenbahnfahrzeuge die beim heftigen Zusammenschieben und Anziehen
derselben entstehenden Stösse möglichst unschädlich machen, sollen die Tragfedern
die Stösse, welche in Folge der Unebenheiten der Bahn entstehen und zunächst auf
die Räder wirken, möglichst auffangen und deren Wirkungen von dem Wagengestelle
selbst abhalten. Die frühem technischen Vereinbarungen von 1865 bestimmten daher
unter III. §39: »Alle in fahrplanmässigen Zügen gehenden Wagen sollen auf
Federn ruhen« und ist die Anbringung von Tragfedern an den Eisenbahnwagen in-
nerhalb des Gebietes deutscher Eisenbahnverwaltungen obligatorisch, obwohl dieser
Passus bei der 1871 in Hamburg beschlossenen neuen Redaction der technischen
Vereinbarungen nicht mehr aufgenommen wurde, dagegen enthält der § 67 der Grund-
züge für die Gestaltung der secundären Bahnen eine ähnliche Bestimmung.
Diese Federn müssen nicht allein die nöthige Tragkraft besitzen, d. h. es darf
bei der grössten Belastung die Elasticitätsgrenze des Materials nicht überschritten
werden, sondern sie müssen auch einen hinreichenden Grad von Elasticität haben,
d. h. sich bei einer bestimmten Belastung in genügendem Maasse durchbiegen.
Die I.ragfedern bestehen beinahe durchweg aus mehreren aufeinander liegenden
Lagen von f lachstahl, welche in ihrer Mitte auf der Achsbüehse liegen und mit ihren
Enden den Wagen tragen und die den Namen »Blattfedern« führen. Fast alle übrigen
I ragtederconstructionen sind tlieils als den Blattfedern nachstehend wieder verworfen,
theils gar nicht über das Stadium der Versuche hinausgekommen, jedenfalls kommen
sie nur vereinzelt vor und werden wohl nur localer Verhältnisse wegen beibehalten.
Von diesen Constructionen bestehen ebenfalls aus Stahl die sogenannten Bogen-
federn, nach dem Erfinder Adams auch Adamsfedern genannt, die B u eh an a n’schen
Parallelfedern, die Bail 1 ieschen Schneckenfedern, sowie einige nur versuchsweise
ausgeführte Constructionen. Nächst dem Stahl ist Gummi, Kork und auch Holz zur
Anwendung gekommen.
Handbuch d. sp. Eisenbahn-Technik. II. 2. Aufl.

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