Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 314
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F. Leonhardi um d Heusinger von Waldegg.

b. Kieswagen, Lowry’s mit niedrigen, beweglichen Bords;
c. Werkzeug- oder Hülfswagen (bedeckter Wagen mit einer oder mehreren Ab-
theilungen, ausgerüstet mit allen möglichen liülfs- und Hebe Werkzeugen, Ge-
räthen und Materialien) zum Transport von Arbeitern und schnellen Gebrauch
bei Bahnunfällen;
d. Bahnmeisterwagen (Draisinen), leicht gebaute vierrädrige Wägelchen mit Vor-
richtungen zum Selbstbewegen zur Revision der Bahnlinie etc.;
e. Bahnhofsschiebewagen zum Transport der Bahnmaterialien auf kurze Strecken.
§ 2. Constructioii der Wagenkasten. (_Dimensionen, Form, äussere Bekleidung,
Thüren, Dachbedeckung.) — lieber die Breite und Höhe der Personenwagen enthalten
die Technischen Vereinbarungen des D. E. V. folgende Bestimmungen:
I. § 133. Personen- und Gepäckwagen dürfen in den Tritten und allen vor-
stehenden festen Theilen nicht mehr als 3m,050 breit sein. Zwischen den äussern
Seiten der Kastenwände dürfen Personen- und Gepäckwagen, welche aufschlagende
Coupethiiren besitzen, nicht mehr als 2ra,620 breit sein. Bei geöffneten Thüren
dürfen dieselben die Breite von 3'",900 nicht überschreiten.
Die Breite der Personenwagen, welche an den Längsseiten keine aufschla-
genden Thüren haben, darf in den äussern Kastenwänden das Maass von 2,n,90Q
nicht überschreiten.
Güterwagen dürfen mit Einschluss der Schiebethiiren, Tritte und vorsprin-
genden Theile bis zur Höhe von lln,370 über den Schienen, im belasteten Zustande
gemessen, die Breite von 2m,900 nicht überschreiten. — In grösserer Höhe dürfen
die vorspringenden Theile das Maass von 3ra nicht überschreiten.
§ 134. Die Wagen, welche nicht auf der eignen Bahn verbleiben, sondern
auch auf andere Bahnen übergehen sollen, dürfen mit den höchsten Punkten
ihres festen Oberbaues nicht mehr als 3m,760 über den Schienen hoch sein. Bei
Wagen, auf welchen sich in der Mitte ein aufgebauter verdeckter Schaffnersitz
befindet, darf dieser in seinem höchsten Punkte nicht mehr als 4m,570 und der
Tritt nicht mehr als 2m,850 über den Schienen hoch sein.
§ 138, Die lichte Kastenhöhe der Personenwagen soll mindestens 2m be-
tragen; für Güterwagen wird die mittlere Höhe des Fussbodens auf lra,220 über
den Schienen empfohlen.
Wagenkasten nach dem amerikanischen System mit Kopfthtiren erhalten zur
bessern Ausnutzung des Raumes zweckmässig durchaus gerade Wände, hingegen
Coupewagen mit Seitenthüren unten einwärts geschweifte Wände, um dadurch be-
quemere Einsteigetritte zu ermöglichen, weil die allgemein in Deutschland angenommene
Trittbreite von 3m,050 (= 10 Fass engl, nicht überschritten werden darf.
An den meisten neueren Personenwagen erleichtert man das Einsteigen dadurch,
dass man die Thürschwellen in der Breite der Thür, je nach der Schweifung des
Wagens ungefähr 52—65mra also um die Stärke des unteren Theils der Thürstollen
einschneidet, während früher die unteren Kastenschwellen die volle Breite des unteren
Wagenkastens behielten und die Unterkanten der Thüren mit den Oberkanten dieser
Schwellen abschnitten, wobei die Fugen nur durch die Schlagleiste der Thüre ab-
gedeckt wurden, während jetzt zweckmässiger die Thüren in den Ausschnitt bis an
die Unterkanten des Wagens reichen. Die Kastengerippe werden theils ganz von
Holz, theils von Holz und Eisen (gemischtes System), theils ganz von Eisen construirt.
Bei Holzconstructionen der Kasten werden unten in die eichenen Unterkasten-
schwellen, die in der Regel von 183—230mm Breite, 92—105mm Höhe, und in die
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