Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 370
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IX. Capitel.

Ueber innere Ausstattung der Personenwagen. (Ein-
richtung der Sitze, Fenster, Beleuchtung,
Erwärmung etc.)

Bearbeitet von
Clem. Reifert,
Wagenfabrikant in Bockenheim bei Frankfurt a. M.
und
Edm. Heusinger von Waldegg,
Oberingenieur in Hannover.
(Hierzu die Tafeln XXVI bis XXX.)

$ 1. Einleitung. — Es gehört gewiss zu den berechtigten Ansprüchen der
Reisenden, dass das Innere eines Personenwagens, dem man sich bei dem Befahren
langer Bahnstrecken oft Tage und Nächte hindurch anvertraut, so beschaffen sein soll,
dass man sich andauernd behaglich darin fühlt und eine seiner gewohnten Lebensweise
entsprechende Ausstattung und Bequemlichkeit darin bildet. — Deshalb ist es auch
ganz gerechtfertigt, dass man die Wagenabtheilungen 1. und II. Classe so geschmackvoll
und bequem garnirt, wie dies bei den Möbeln der besitzenden Volksclasse, unter
Vermeidung eines übertriebenen Luxus, üblich ist.
Besonders müssen die Sitze und Rückmatratzen, sowie Kopf- und Armlehnen
in den einem normalen, mittelgrossen, menschlichen Körper natürlich und bequem
angepassten Maassen und Formen weich und behaglich gepolstert sein, worüber im
§ 5 dieses Capitels, nachdem im Allgemeinen die Grundzüge bezeichnet worden sind,
welche eine zweckentsprechende innere Wagenausstattung bedingen, näher eingegangen
werden soll.
Selbstverständlich muss schon bei dem Bau der Oberwagen gebührende Rück-
sicht auf die für die Reisenden erforderliche Räumlichkeit, Luft und Licht genommen
werden, wenn man einer nach allen Richtungen hin entsprechenden Bequemlichkeit
Rechnung tragen will.
$ 2. Grundzüge für die innere Ausstattung der Wagen I. Classe. — Hierzu
gehört bei einem ganzen Coupe I. Classe für G oder 8 Plätze eine lichte Höhe von min-
destens 2^,050 bis 2m, 130 in der Mitte, bei lm,945 an der Seite des Wagens, bei
einer Breite von 2m,59ü und einer Tiefe von 2m,000 bis 2™,056, damit zwischen den
Sitzgestellen noch so viel Raum verbleibt, dass sich die Reisenden bei dem Sitzen und
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