Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 435
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X. Capitel.

Eisenbahn-Postwagen.

Bearbeitet von
Aug. Schneemann,
Wagenbau-Verwalter der Hannoverschen Staatsbahn in Hannover.

(Hierzu Tafel XXXI und XXXII.)

§ 1. Einleitung. — Die Eisenbahnen haben auf die Geschwindigkeit und die
Regelmässigkeit des Transports der Postsendungen den günstigsten Einfluss geübt.
Durch die Einführung der ambulanten Postbureaus ist die Postverwaltung nicht allein
in den Stand gesetzt, ihre Briefschaften, einfach, wie auf den alten Poststrassen be-
gleiten zu lassen, sondern sie ist auch in der Lage, denselben ein hinreichend grosses
Personal beizugeben, welches die der Vertheilung der Briefschaften vorhergehenden
Manipulationen während der Fahrt vornehmen kann.
Es kann auf diese Weise die Zeit für die Postsendungen wesentlich abgekürzt
werden, indem sowohl der Inhalt von den kurz vor der Abfahrt entleerten Briefkasten
den ambulanten Postbeamten zum Sortiren auf der Route und zur erforderlichen Ab-
gabe an den Zwischenstationen übergeben wird, als auch im Augenblick der Abfahrt
auf allen Zwischenstationen noch Briefe in die Briefkasten der Postwagen gesteckt
werden können, die so ohne weitern Aufenthalt an ihren Bestimmungsort gelangen.
Auf den meisten Bahnen hat die Stellung der Eisenbahnpostwagen durch die
Postverwaltung zu geschehen, während die Zugkraft von den Eisenbahnverwaltungen
der Regel nach unentgeltlich zu leisten ist. Die letzteren haben auch die Unterhaltung
und die Reparaturen der Postwagen gegen Entschädigung zu besorgen.
Die Beschaffung besonderer Eisenbahnpostwagen datirt aus den Jahren 1845—1850.
Dieselben haben auf sämmtlichen deutschen Bahnen im Allgemeinen ein und dieselbe
Einrichtung und weichen nur, je nach der Stärke des Verkehrs, in der Grösse und in
einzelnen Specialitäten von einander ab.
§ 2. Norddeutsche Post-Amhulance-Wagen. — Tafel XXXI, Fig. 1—4 stellt
einen Postwagen der grössten Gattung, wie solche auf den Bahnen des Norddeutschen
Bundes gebräuchlich sind, in Längen-, Quer- und Horizontalschnitt in y40 der natür-
lichen Grösse dar.
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