Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 472
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XU. Capitel.
Bedeckte Güterwagen.

Bearbeitet von
H. Klinge,
Obermaschinenmeister der Berliner Nordeisenbalm zu Berlin.

(Hierzu die Tafeln XXXVII bis XLI.)

§ 1. Definition, Zweck und Specialitäten der bedeckten (Guterwagen. —
Alle zum Gütertransport, im Gegensatz zum Personentransport, dienenden Wagen,
deren Ladungsraum mit einer festen Decke versehen ist, fallen in die Kategorie der
bedeckten Guterwagen.
Sie werden zum Transport solcher Güter verwendet, welche während der Be-
förderung vor Feuchtigkeit, Entwendung und Feuersgefahr gesichert werden sollen.
Auch werden sie für den Transport steuerpflichtiger Güter gebraucht, und zwar auch
für solche, welche ihrer Natur nach den Versandt auf offenen Wagen gestatten.
Ferner werden sie für strategische Zwecke zum Transport von Mannschaften,
Pferden und Kriegsbedarf jeder Art benutzt, so dass sie für die moderne Kriegführung
ganz unentbehrlich sind.
Ebenso werden für den Viehtransport fast ausschliesslich bedeckte Wagen ver-
wandt; sowie man auch solche Gegenstände darin transportirt, welche vor grosser
Wärme oder Kälte bewahrt werden sollen.
Selbstverständlich können sie auch zum Transport von Rohprodueten benutzt
werden, welche dazu keiner bedeckten Wagen bedürfen, so dass sie ausser für Lang-
hölzer und solche grosse Stückgüter, welche durch die Wagenthüren nicht verladen
werden können, für alle Producte und Transportgegenstände verwendbar sind.
Wenn auch verwendbar, so sind sie indessen keineswegs zweckmässig für den
Transport von Rohprodueten; man verwendet dafür viel lieber offene Güterwagen, weil
dieselben das Be- und Entladen der Massenproducte bequemer gestatten, weniger Be-
schaffungskosten verursachen und zu ihrer Bewegung weniger Zugkraft erfordern, indem
sie leichter sind und dem Luftwiderstände weniger Fläche bieten.
Wenngleich es genügen dürfte, dass die bedeckten Güterwagen für alle ge-
nannten Zwecke ganz gleichmässig eingerichtet würden, so hat man davon doch aus
mehrfachen Gründen zum grossen Nachtheile für die vorteilhafte Ausbeutung der Wagen
absehen müssen.
Bekanntlich werden die bedeckten Güterwagen nur mit einem geringen Procent-
satz ihrer Tragfähigkeit ausgenutzt, was teilweise wenigstens seine Ursache darin
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