Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 597
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XIV. Capitel.

Transportwagen für Langholz, Kessel,
sowie für aussergewöhnlich grosse und schwere Stücke,
Hülfs- und Werkzeug wagen.
Bearbeitet von
A. S si m in a 11 n ,
Königlicher Obermaschhienineister a. D.,
Director der Actien-GeseUscliaft für Fabrikation von Eisenbahn-Material zu Görlitz a. 1).,
und
Feod. Leonhardi,
Obermaschinenmeister der Rheinischen Eisenbahn zu Nippes bei Köln aJRh.

Hierzu die Tafeln XLVIII und XLIX, sowie auch theilweise die Tafeln XLV bis XLVII.

§ 1. Wagen zum Transport von Langholz, Kesseln und langen Brücken-
trägern. — Sobald auf Eisenbahnen Hölzer, Kessel, Brückenträger etc. transportirt
werden sollen, die über Öm,805 und bis llm Länge besitzen, deren Transport daher
auf 4rädrigen Wagen mit den im vorigen Capitel angeführten grössten Plateaulängen,
für Schienen- etc. Transporte nicht zu bewerkstelligen ist, bedient man sieh auf vielen
Bahnen der Srädrigen Plateau-Wagen.
Da es sich jedoch nicht empfiehlt, neue Srädrige Wagen dieser Art zu erbauen,
auch auf vielen Eisenbahnen ein massenhafter Transport längerer Hölzer zu Bauzwecken
in Länge bis zu 18,n sich entwickelt hat, so bedient man sieh zum Transport solcher
langen Hölzer, Kessel oder Brückenträger der gewöhnlichen 4rädrigen Plateauwagen,
versieht dieselben in der Mitte mit einem sogenannten Wendeschemel, der mit Rungen
ausgestattet ist, um die Transportgegenstände zwischen sich zu fassen, und verbindet
diese Wagen, je nach der Länge der zu transportirenden Lasten, mit starren Verbindungs-
stangen von Holz oder von Eisen. Diesen Verbindungsstangen giebt man nicht gern
eine grössere Länge, als 6m, und sind daher die Lasten so lang, dass zwei Plateau-
wagen mit einer Verbindungsstange von öm nicht ausreichen, so verkuppelt man lieber
mehrere solcher Plateauwagen untereinander, auf deren Wendeschemel zwischen den
Rungen dann die Lasten ruhen und an den Rungen mit übergeschlungenen Spannketten
oder Tauen befestigt werden. ’)
Die Verkuppelung der Wagen durch starre Stangen muss sehr sorgsam aus-
geführt werden, so dass sich die verkuppelten Wagen unabhängig von einander in den
b Die ersten Langholztransportwagen mit steifen Kuppelstangen wurden in der Wagenbau-
Anstalt der Leipzig-Dresdener Eisenbahn 1839 unter der Leitung von Worsdell ausgeführt.
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