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Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 608
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A. Sammann und F. Leonharde — XIV. Transportwagen etc.

mit dem nöthigen Werkzeug (Sägen, Hämmer, Feilen, Keile, Meisel, Schrauben-
schlüssel verschiedener Art), einen transportabel Schmiedelieerd und eine Anzahl ver-
schiedener Winden, sowie Signallaternen und Signalflaggen.
Auf der einen Seite ist ein erhöhter Klappsitz für den Bremser angebracht.
Unter dem Wagen hängt ein grosser eiserner Werkzeugkasten, in welchem die nöthi-
gen Holzkeile, Hacken, Schaufeln, eine Anzahl Pechfackeln, ein Flaschenzug, Draht-
und gewöhnliche Seile, sowie Stricke untergebracht sind.
Auf der Platform sind als eisernes Inventar ein Paar Böcke, eine Menge Boh-
len, zum Tlieil mit Eisen beschlagen, lange starke Blechplatten, durch Bolzen zusam-
mengekuppelte Schienen, um mit deren Hülfe entgleiste Locomotiven oder schwere
Wagen rechtwinkelig auf die Bahn hin zu bewegen, stets vorräthig.
Alle Theile, welche hei einem Unfälle verloren und defect werden, werden
sofort ä Conto des betreffenden Unfalls ersetzt und ist eine Anzahl Maschinen- und
Wagenarbeiter zur Bedienung dieses Wagens stets im Voraus bestimmt.
Der Wagen hat sich bereits schon öfter zur schnellen Räumung der Bahn als
zweckmässig gezeigt. Die Anbringung eines niederlegbaren Krahnes an dem Wagen,
um Räder oder Trümmer etc. schnell aufladen zu können, ist in Aussicht genommen.
Die Hülfswagen der übrigen Stationen sind ähnlich, aber nicht so vollständig
ausgestattet.
In neuester Zeit hat Obermaschinenmeister Leonhardi solche Hülfswagen mit
dem oben erwähnten Hebekrahn für 50 Ctr. Last und mit einer vollständigen Werk-
stätte ausgestattet. Ein solcher Wagen, von van der Zypen und C har Her in
Deutz gebaut, war auf der Wiener Weltausstellung (1873) ausgestellt.
Auf der Braunschweig’schen Staatsbahn hat man zu einem solchen Hülfswagen
einen alten ausrangirten Post- und Personenwagen benutzt , und ist dessen Zeichnung
und Beschreibung im Organ 1869, p. 111 mitgetheilt.
Der auf 6 Rädern ruhende, 9m,50 lange Wagenkasten ist in 3 Abtheilungen
eingetheilt, wovon das eine Endcoupe mit 4 gepolsterten Sitzplätzen für Beamte und
Ingenieure, die beiden andern Abtheilungen am andern Ende mit 20 hölzernen Sitz-
plätzen für Arbeiter dienen. Die mittlere grössere heizbare Abtheilung bildet eine
kleine, mit Werkbank, Schraubstock und Werkzeugen versehene Werkstätte, in der
auch die Hebgeschirre und sonstigen Geräthe und Materialien regelmässig geordnet
aufbewahrt werden, und in welcher zugleich noch eine weitere Anzahl von Arbeitern
während des Transportes auf Bänken, die an der Decke befestigt sind und an den
Seiten wänden aufgeschlagen werden, sich auf halten können.

Literatur.
* Clan ss, Werkzeugwagen der Braunschweig’schen Staatsbahn. Mit Abbild. Organ für Eisenbahn-
wesen 1809, p. 111.
Einrichtung der Transportvorrichtung für Fracht wagen auf der Taunusbahn. Ileusinger v. W.,
Organ 1.849, p. 29—30.
* G r u so n , G., Langholztransportwagen für grosse Lasten. Mit Abbild. Organ für Eisenbahnwesen
1804, p. 183.
* 11 ia d i k, C., Kippstockwagen für Langholztransport. Mit Abbild. Organ f. Eisenbahnw. 1864, p. 229.
Kralinwageu von van der Zypen & Charlier in Deutz auf der Wiener Ausstellung von 1873.
Aus dem Reiseberichte des Obermaschinenmeisters Eilte in Cassel. Mit Abbild. Organ
für Eisenbahnwesen 1873, p. 190.
Maey, Steintransportwagen der Schweizerischen Nord-Ostbahn. Mit Abbild. Organ für Eisenbahn-
wesen 1871, p. 140.
* Pel lenz, J. C., Beschreibung der auf der Rheinischen Eisenbahn ausgeführten Transportvorrie
für Frachtwagen. Ileusinger v. W., Organ 1849, p. 25—29 und Polyt. Centralbl.
p. 782—85.
Verbesserte T r a n sp orti rung schwerbeladener Wagen auf Eisenbahnen. Eisenbahnzeit. 1843, p. 44.

chtung
1849,
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