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Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahn-Wagenbau in seinem ganzen Umfange — Leipzig, 1874

Page: 610
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Ed. Sonne.

Wir beschreiben zunächst einige beaclitenswerthe Formen dieser Wagen:
a. Kieswagen von der Höhe gewöhnlicher offener Güterwagen ohne Seitenbords.
Dergleichen Wagen sind unter Andern auf den hannoverschen Bahnen gebräuchlich.
Dieselben haben 2™,27 Radstand, 0™,9 Raddurchmesser, gusseiserne Achsenbüchsen
mit Lagerschalen, keine Achsenhalter, Holzfedern1) von IT, 6 Länge und 0m, 17 Breite,
mitunter mit Gummischuhe zwischen denselben und der Langschwelle. Die Lang-

schwellen sind 5m

lang,

die Enden derselben, welche die Stelle der Buffer vertreten,
verdoppelt und abgerundet. Das Plateau des Wagens ist bei 4m,3 Länge 2m, 21 breit
und mit festen, 0m,12 hohen Bordhölzern eingefasst, an deren Stelle indess bei andern
Verwaltungen niedrige Seitenbords Vorkommen. Eine steife Kuppelung von 0m,78
Länge, in der Ansicht fisch bauchförmig, aus zwei Flacheisen mit zwischen gelegtem
Holzstück bestehend, verbindet die einzelnen Wagen, so dass also beim Schieben des
zusammengekuppelten Wagenzugs die Enden der Langschwellen nicht zur Wirkung
kommen.
b. Kieswagen mit selbsttätiger Entleerung. Man hat schon früher (auf der
Bahn Paris-Versailles) versucht, Kies wagen mit tiefen Kasten und Bodenklappen her-
zustellen, welche sogar während der Fahrt entleert werden konnten. Diese Versuche
sind aber nicht befriedigend ausgefallen, weil die Schienen nicht frei von niederfal-
lendem Material zu halten waren. Dagegen verdienen die amerikanischen Kieswagen
mit Kippvorrichtung, welche Henz in der Zeitschrift für Bauwesen 1861, p. 484
Sie
Die
Der

beschreibt, Beachtung. Diese Wagen sind dargestellt in Fig. 1—3 auf Tafel L.

1m,37.

haben Scheibenräder von 0ra,788 Durchmesser und einen Radstand von
Höhe des Wagens bis Oberkante der Seitenwände des Kastens beträgt 1ra,445.
Kasten lässt sich nach der Seite zu umkippen. Das vierrädrige Untergestell trägt zu
diesem Zweck an jedem Ende in geringer Höhe über den Schienen eine flache, nahezu
horizontale eiserne Bahn, auf welcher der Oberkasten mit gusseisernen Wiegenläufen
steht. Eine Verschiebung des Oberkastens wird durch eiserne Stifte verhütet, die in
Löcher der Wiegenläufe eingreifen. Der Halbmesser des sich wälzenden Kreisbogens
muss so gross sein, dass der Schwerpunkt des belasteten Oberkastens bei horizon-
taler Lage desselben etwas unter dem Mittelpunkte liegt, es darf jedoch die Ent-
fernung beider nicht bedeutend sein, damit das Kippen nicht zu viel Kraft erfordert.
Der Schwerpunkt des leeren Kastens liegt natürlicher Weise noch etwas tiefer, wo-
durch das freiwillige Rückgehen nach der Entladung leicht erfolgt. In der horizon-
talen Lage wird der Oberkasten durch Ketten gegen das Untergestell gehalten, welche
beim Kippen losgehakt werden müssen.
Der Oberkasten, dessen Fassungsraum etwa 2!/4 Cubikmeter beträgt, ist an
beiden Seiten mit Klappen versehen, welche um hochliegende Scharniere schwingen
und durch Riegel geschlossen werden können. Die Neigung des gekippten Kastens,
deren Maximum mehr als 30 Grad gegen die Horizontale beträgt, wird durch ein in
der Mitte des Untergestelles angebrachtes Langholz begrenzt, gegen welches die Läufe
anschlagen. Die Construction ist sinnreich und hat vor sonstigen Kippvorrichtungen
den Vorzug, dass sie eine geringe Höhe erfordert.
lieber die Anforderungen, denen die Kieswagen im Allgemeinen genügen müssen,
und über die Vortheile und Nachtheile der vorhin beschriebenen Constructionen wäre
Folgendes zu bemerken :
1. Insofern die fraglichen Wagen für die definitive Bahn bestimmt sind, muss

Ö Vergl. p. 197 und Fig. 4 auf Tafel VIII.
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