Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Die Technik des Betriebes mit Signalwesen und Werkstätteneinrichtung — Leipzig, 1876

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I. Capitel.
Einleitung.

Bearbeitet von
E d. So n 11 e,
Baurath, Professor am Polytechnikum zu Darmstadt.

§ 1. Allgemeine Bemerkungen über das Eisenbahnwesen und die Erfolge
desselben. — Indem wir die Feder zu den allgemeinen, einleitenden Bemerkungen
über die Betriebs-Technik zur Hand nehmen, drängt sich uns derselbe Ausgangspunkt
der Besprechung auf, welcher sich auch zu Anfang der übrigen Bände des Handbuchs
geltend gemacht hat: der Hinweis auf die Wechselwirkung, in der die verschiedenen
Zweige des Eisenbahnwesens unter einander stehen , auf die bei der Eisenbahnver-
waltung stattfindende Vereinigung der verschiedenen, beim Transportwesen vorkom-
menden Verrichtungen zu einem grossen, untrennbaren Ganzen. Während bei den
ältesten, künstlich hergestellten Strassen, den Schifffahrtscanälen, der Verkehr durch
drei von einander getrennte Factoren, — den Canaleigenthlinier, den Schiffseigen-
thünier und den Pferdevermiether, — vermittelt wird, während bei der Seeschifffahrt
sogar Schiffseigenthümer und Schiffer als getrennte Factoren auftreteu, duldet der
Eisenbahntransport eine solche Trennung nicht; er zieht vielmehr die Geschäfte des
Schiffers und des Fuhrmanns, welche bei den ältern Verkehrsmitteln so zu sagen im
Zustande des Kleingewerbes sich befinden, mit Gewalt in das Ganze hinein und ge-
staltet somit das Transportwesen zu einer auf Maschinenarbeit basirten Grossindu-
strie. Im Eisenbahnwesen sind die Bautechnik und die Betriebstechnik und die
letztere wieder mit dem eigentlichen Betriebe aufs innigste verwachsen, durch das-
selbe hat sich der Landtransport maschinenmässig, fabrikartig und als ein einheit-
lich geleitetes, centralisirtes Ganzes gestaltet. Von der grossen Transportmaschine
kann kein Tlieil gelähmt oder beschädigt werden, ohne dass alle andern Tlieile
darunter leiden. Alle Räder müssen nach bestimmten Gesetzen sich bewegen und
können nicht durch eine Anzahl von einander unabhängiger Kräfte im Gange er-
halten werden. Die verschiedenartigsten, nach den kleinsten Theilen übertragenen
Bewegungen müssen von einer einzigen Hauptachse ausgehen.
Die Wirkungen eines so geregelten Transports sind dieselben, wie die Wir-
kungen einer geregelten Maschinenarbeit oder eines gut geleiteten Fabrikbetriebes
Handbuch d. sp. Eisenbahn-Technik. IV. 2. Aufl.

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