Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Die Technik des Betriebes mit Signalwesen und Werkstätteneinrichtung — Leipzig, 1876

Page: 131
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IV. Capitel.
Wägevorrichtuugen für Gepäck, Güter und ganze
Wagenladungen; Rollwagen für Gepäck und Güter.

Bearbeitet von
Dr. Eduard Schmitt,
ord Professor der Ingenieurwissenscliaften an der polytechnischen Schule zu Darmstadt.

Hierzu die Tafeln VIa, VII und VII1.)

§ !. Wägevorriehtimgen im Allgemeinen. — Eine den vorliegenden Zwecken
entsprechende Wägevorrichtung muss folgende Bedingungen erfüllen:
1) Sie muss sowohl belastet, als unbelastet, sobald sie absichtlich —von einer
Gleichgewichtslage ausgehend — in Schwingungen versetzt worden ist,, in die anfäng-
iche Gleichgewichtslage wieder zurückkehren ;
2) ihre Theiie dürfen bei der grössten Belastung, für welche sie bestimmt ist,
teilte Formänderungen zeigen;
3) die sieh berührenden Theiie, welche hei den Schwingungen der Waage die
Drehungsachsen bilden (Schneiden, Lager , müssen von genügender Härte sein , um
gegen zu schnelle Abnutzung Sicherheit zu gewähren, sie müssen ferner Keibungs-
lächen von möglichst geringer Ausdehnung darbieten und ihre Bewegung ohne Klem-
nung und seitliche Friction so vollführen, dass der Mechanismus der Waage zu freiem
Spiele gelangen kann;
4) endlich müssen die an jedem Hebel befindlichen Schneiden normal zu dem-
selben, parallel gegen einander und unwandelbar befestigt sein und sich in einer
solchen Lage befinden, dass der Schwerpunkt bei der stärksten Belastung der Waage
mter der Mittelschneide liegt und die Waage daher stets stabiles Gleichgewicht zeigt.
Es empfiehlt sich, an jeder Waage die grösste Last, für welche sie bestimmt
st, bei grösseren Brückenwaagen auch die geringste zulässige Last leicht und deut-
ich sichtbar anzugeben. Es ist ferner eine Einrichtung erforderlich, durch welche
sich das Gewicht sämmtlicher Constructionstheile der Waage so ausgleichen lässt, dass
Lin unbelasteten Zustande die Zunge derselben zur richtigen Einstellung gebracht
werden kann.
Wir führen an dieser Stelle noch die wichtigsten sowohl die transportabel^
ils auch die stabilen Waagen betreffenden Bestimmungen der Eichordnung für den
Norddeutschen Bund vom 16. Juli 18ö9 an:
§31. Zur Eichung zuzulassen sind nur sulche Gattungen von Waagen, deren Theorie
md deren erfahrungsmässige Leistungen eine Bürgschaft gewähren, dass sie Empfindlichkeit, Trag-
fähigkeit und Zuverlässigkeit von hinreichendem Grade und hinreichender Dauer für die Zwecke
les Verkehrs besitzen. — Es werden daher zur Eichung zunächst nur Hebelwaagen zugelassen,
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