Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Die Technik des Betriebes mit Signalwesen und Werkstätteneinrichtung — Leipzig, 1876

Page: 132
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Ed. Schmitt.

§ 32. Auf Grund der allgemeinen Bestimmungen des § 31 werden zunächst nur folgende
Constructionssysteme von Hebelwaagen für eichungsfähig erklärt: ... b) ungleicharmige Balken-
waagen, c) Brückenwaagen.
§ 36. Von der Eichung oder Stempelung auszuschliessen sind alle Waagen, die den vor-
her angegebenen Bedingungen nicht entsprechen, insbesondere daher: alle Waagen mit hölzernen
Waagbalken; alle Hebelwaagen, bei denen sich nicht die Achsen, sondern die Pfannen in Hebeln
befinden; . . . ungleicharmige Balkenwaagen, bei denen das Laufgewicht nicht an einer verschieb-
baren Hülse angebracht ist, sondern mit einem Haken unmittelbar auf dem Waagebalken ruht;
Brückenwaagen ..., bei denen eine veränderte Gewichts- oder Lastlage zu einem die vorgeschrie-
bene Empfindlichkeit der Waage beeinträchtigenden Reibungswiderstande Veranlassung giebt.

zur
und
keit

lieber Bedingnisse bei Lieferung von Waagen vergl. Tilp, E., Handbuch der
allgemeinen und besonderen Bedingnisse für Leistungen und Lieferungen im Eisen-
bahnwesen. Wien 1875. p. 213.
8 2. Wägevorrichtungen für Gepäck. — Das Reisegepäck der Passagiere
wird bei der Annahme einer Wägung unterzogen. Die hierzu dienenden Wägevor-
richtungen müssen derart construirt sein, dass sie eine möglichst rasche Manipulation
gestatten, und zwar muss diese Möglichkeit in um so höherm Grade vorhanden sein,
je grösser und bedeutende]* die Personenfrequenz auf der betreffenden Station ist.
Man hat diese Gepäckswaagen vornehmlich nach drei verschiedenen Systemen
Ausführung gebracht, nämlich als Decimalwaagen, als Zeigerwaagen
als Federwaagen. Sie haben meist eine Tragfähigkeit (besser Wägefähig-
bis 250 Kilogr. Selten nur werden Centesimalwaagen zum Abwägen des Reise-
gepäckes benutzt (z. B. Neue Strecke der Oesterreichischen Staats-Ei sehbahn Wien-Brünn).
$ 3. Decimalwaagen für Reisegepäck. — Die Deeimalwaagen kommen
bei vielen Bahn Verwaltungen zum Abwägen des Gepäckes in Verwendung, so bei
der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn von Gebrüder Böhmer in Magdeburg), Lem-
berg-Czernowitz-Jassy-Eisenbahn (von Paul Hoffmann in Wien), Oberschlesischen
Eisenbahn, Rheinischen Eisenbahn (von Jacob Beylen in Köln und von Pellenz
und Comp, in Köln - Ehrenfeld) , Kaiser Ferdinand- und Mährisch - Schlesischen
Nordbahn, Karl Ludwig-Bahn, Theiss-Eisenbahn (von C. Sc hem her in Wien),
Berlin-Anhaitischen Eisenbahn, Bayerischen und Sächsischen Staatsbahnen, Oester-
reichischen Staats-Eisenbahn etc. Die Construction dieser Decimalwaagen ist dieselbe,
wie bei den im gewöhnlichen Gebrauche stehenden Wägevorrichtungen ähnlicher Art.
Nur dass man hier auf eine besonders feste Construction der Waage überhaupt, ins-
besondere aber der Platform, Bedacht zu nehmen hat, indem in der Gepäcksexpedition
die verschiedenen Colli oft sehr unvorsichtig auf dieselbe geworfen werden. Man hat
deshalb auch vielfach die Construction mit hölzernen Gestellen und hölzerner Plat-
form verlassen und die Waagen ganz in Eisen construirt. Eine solche aus dem Eta-
blissement Pellenz und Co. in Köln-Ehrenfeld stammende Decimalwaage für Ge-
i dargestellt; bei einer Trag-

Fig

päck, ganz in Eisen gebaut, ist auf Tafel VT
fähigkeit von 250 Kilogr. kostet eine solche Waage 200
Unter den gebräuchlichen Decimalwaagen ist noch immer die 1821 von Quintenz
angegebene, nachher von Rolle und Scliwillgue verbesserte die verbreitetste. Nur
empfiehlt es sich, die beiden Hängeschienen, von denen die eine bekanntlich den
obern (eigentlichen Waagbalken mit dem untern Hebel verbindet, während durch die
andere das eine Ende der Platform direct am Waagebalken aufgehängt wird, nicht
genau vertical zu hängen, sondern denselben eine merkliche Neigung zu geben. Eine
theoretische Begründung hierfür (auf kinematischer Grundlage) ist zu finden in : Civil-
ingenieur 1875, p. 40.
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