Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Die Technik des Betriebes mit Signalwesen und Werkstätteneinrichtung — Leipzig, 1876

Page: 292
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IX. Capitel.

Maschinen zum Ausbohren der Locomotiv - Cylinder,
Schieberspiegel- Hobel- und Fraismaschinen, Maschinen
zum Bearbeiten und Durchbohren der Stehbolzen, sowie
zum Bohren der Rohrwände und Abdrehen der einseitig
abgenutzten Kurbelzapfen.

Bearbeitet von
F. Kiek,
Regierungsrath und Professor am k. k. deutschen polytechnischen Institute in Prag-.

[Hierzu Tafel XXil und XXIII, Fig. 10 und 11 auf Tafel XIII sowie Fig. 8 auf Tafel XX.

§ 1. A. Maschinen zum Ansbohren der Locomotiv-Cylinder. Einleitung. —
Der von dem anhängenden Gusssande, den Kernen, Gussnähten und Angüssen befreite
Cylinder — bei dessen Gusse man, bei richtiger Wahl des Gusseisens, durch geeigneten
Schmelzprocess und Anwendung eines höheren Eingusses möglichste Dichte und Gleich-
förmigkeit des Gefüges zu erreichen sucht — wird zur weiteren Bearbeitung den Werk-
stätten übergeben.
Die erste Arbeit, welcher der werdende Locomotivcylinder unterworfen wird, ist
das Ausbohren (Ausdrehen), welches man mit Hülfe der Cylinder b o h r m a s c h i n e n
ausführt, die in horizontale und verticale sich theilen.
Es mag Geschmackssache sein, welche der beiden Maschinensorten man hierzu
lieber verwendet, denn manche Praktiker geben den Horizontal-, andere den Vertical-
Cylinderbohrmaschinen den Vorzug. Die Befestigung des zu bohrenden Cylinders und
der Gebrauch der Maschine dürfte bei den Horizontal-Cylinderbohrmaschinen einfacher
sein, wie es auch deren Construction ist; hingegen lässt sich die Centrirung des Cylin-
ders bei den Maschinen der zweiten Art leichter bewerkstelligen und sind dieselben
unter gleichen Umständen nicht so leicht schädlichen Erschütterungen des Bohrkopfes
und Durchbiegungen ausgesetzt, liefern daher eher genaue Arbeit.
Mag man diese oder jene Bohrmaschine zum Ausbohren benutzen, stets ist der
Cylinder, nachdem er auf die Maschine gebracht ist, zu centriren, und erfordert
diese wichtige Arbeit, wobei man sich sowohl nach dem inneren als auch äusseren
Umfange des Gusses richtet, Geschicklichkeit und Uebung.
Ist der Cylinder centrirt und wohl befestigt, so hat man die Messer des Bohr-
kopfes einzusetzen und entsprechend zu stellen und kann mit dem Bohren beginnen.
Nach der Bohrung des Cylinders richtet man sich später bei dessen weiterer
Bearbeitung, als beim Hobeln oder Fraisen des Spiegels und der Flantschen und beim
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