Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Die Technik des Betriebes mit Signalwesen und Werkstätteneinrichtung — Leipzig, 1876

Page: 330
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XI. Capitel.

Vorrichtungen und Werkzeuge zur Ermittelung der
Achsbelastungen und des Raddruckes auf die Schienen;
Maschinen zum Probiren der Federn; Maschinen zur
Fertigstellung der Wagenbekleidungen von Eisenblech;
Holzbearbeitungsmaschinen für Eisenbahngegenstände.

Bearbeitet von
A. Klose,
Chef des Zugkraftdienstes der Vereinigten Schweizerbahnen.

(Hierzu die Tafeln XXVI11 bis XXXII.)

§ 1. Ermittelung der Achsbelastung und des Raddruckes auf die Schie-
nen. — Es ist von grosser Wichtigkeit die Belastung der einzelnen Achsen eines
Eisenbahnfahrzeuges, resp. den auf die Schiene ausgeübten Raddruck ermitteln, prü-
fen und eventuell corrigiren zu können.
Der Raddruck auf die Schiene ist die Summe des halben Gewichtes der com-
pleten Achse, des Achslagers lind sonstiger etwa unbeweglich mit dem Achslager
entsprechend verbundener Constructionstheile incl. Feder, und der von den Federn
durch ihre Verbindung mit dem Rahmen ausgeübten Federdrucke.
Die Art und Weise der Anordnung der Verbindung von Feder und Rahmen
der Fahrzeuge ist deshalb auch von bedingendem Einflüsse auf den Raddruck und es
sind in dieser Hinsicht hauptsächlich folgende Categorien von Federaufhängungen er-
wähnenswerth. Wenn das Fahrzeug so angeordnet ist, dass die Unterstützung des
Rahmens in drei Punkten geschieht, so ist der Raddruck einzig von der Anordnung
der Construction abhängig und kann durch die Federspannung nicht geändert wer-
den; erfolgt die Unterstützung des Rahmens in mehr als drei Punkten, so kann, unter
Voraussetzung eines starren Rahmensystems, durch entsprechende Federanspannung
die Radbelastung innerhalb gewisser Grenzen beliebig regulirt werden, und zwar kann
dieselbe unter Umständen von vollständiger Entlastung des Achsschenkels bis zur
Tragung des halben Gesammtgewichtes des auf den Federn ruhenden Baues variiren.
Fs ist deshalb namentlich aus diesem Grunde bei Eisenbahnfahrzeugen, welche in
mehr als drei Punkten unterstützt sind und namentlich bei Locomotiven und speciell
wiederum hei denen, welche einer Balanciervorrichtung entbehren, von je her als
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