Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahnbau — Leipzig, 1873

Page: 13
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II. Capitel.

Spurweite, Normalprofil des lichten Raumes, Elemente
der Bahntracirung.

Bearbeitet von
E (1. Sonne,
Bauratli, Professor am Polytecbnicum zu Darmstadt.
(Hierzu Tafel I und II.)

§ 1. Einleitung und Uebersicht.'— Nachdem im vorstehenden Capitel die
historische Entwickelung der Eisenbahnen und der Locomotive, sowie des Eisenbahn-
wesens überhaupt skizzirt worden ist, haben wir nunmehr zunächst von den Eisenbahn-
fuhrwerken abzusehen und uns der Besprechung des Weges, der Eisenbahn selbst,
zuzuwenden. Es ist dies die gebräuchliche Reihenfolge der Besprechung, welche indess
keineswegs frei von Uebelständen erscheint. Bei den Eisenbahnen ist der Weg fast
mehr durch die Fuhrwerke bedingt, als letztere durch ersteren, und selbst die Betriebs-
Technik, welche Gegenstand des vierten Bandes unseres Handbuchs sein wird, ist
von bestimmendem Einfluss auf mancherlei Gegenstände des Bahnbaues.
Werfen wir ferner einen Blick auf die Bahntracirung, auf die Lehre von der
Ermittelung und Auslegung einer zweckmässigen Bahnlinie, so finden wir, dass dabei
ausser den erwähnten Gegenständen der speciellen Einsenbahntechnik fast das ganze
Gebiet der Ingenieurkunst berücksichtigt sein will. Der Wasserbau, der Strassenbau,
die Lehre vom Erdbau, die Feldmesskunst verlangen neben zahlreichen, sonstigen
Wissenschaften (Geognosie u. s. w.) jede an ihrer Stelle ihr Recht. Es muss ferner
erwähnt werden, dass die Fragen, welche bei Feststellung der Bahntracen auftauchen,
in mehrfacher Beziehung keine rein technischen sind. Eine Anzahl der ersten und
wesentlichsten Momente, die Bestimmung der Endpunkte, die Wahl der Hauptzwischen-
punkte u. s. w. erfordern nicht allein eine eingehende Berücksichtigung der gewerb-
lichen und der Handelsverhältnisse der Gegenden, welche von der Bahn berührt wer-
den (Untersuchung des Local-Verkehrs) , sondern auch eine Kenntniss der Verkehrs-
verhältnisse im Ganzen und Grossen (des durchgehenden Verkehrs), sowie nicht selten
Berücksichtigung der strategischen Bedeutung der zu erbauenden Bahn. 1
*) Man vergleiche in Betreff der angedeuteten Gegenstände: Perdonnet, Traite I. p. HO
und p. 111 ff. und Becker, Strassen- und Eisenbahnbau p. 102. (Die genauen Titel der citirten
Werke und Zeitschriften findet man am Schluss des Capitels unter »Literatur«.)
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