Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahnbau — Leipzig, 1873

Page: 315
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IX. Ausweichungen und Gleiskbeuzungen.

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Wir werden zunächst die Anordnung der einfachen Weiche, welche die Thei-
eines Gleises in zwei unter einem spitzen Winkel liegende Zweige ermöglicht,
mit ihren Einzelnheiten zu betrachten haben. Die Construction ist von grosser Wich-
tigkeit für die Eisenbahnen, wie alle in grosser Anzahl verkommenden 101 men und
erscheint es somit angezeigt, auch in Betreff der historischen Entwickelung der jetzt
ziemlich allgemein gebräuchlichen Anordnung und in Betreff der seltener auftretenden
formen der Weichen eine Uebersicht zu geben.
An die Besprechung der Weichen schliesst sich sodann <Iic Bespiechuug dei
Gleiskreuzungen. Wie die Bahnen der Schiffe und der Landfuhrwerke vielfach
übereinander hinweggehen, so kommt auch hei den Lisenbahuanlagen nicht selten dei
Lall vor, dass ein Gleis andere durchsetzen muss. Alsdann entstehen Gleisdurch-
schneidungen (Gleiskreuzungen). — Am Schlüsse des Capitols haben wii einen Blick
:"if die mancherlei Formen zu werfen, welche bei Anwendung einer Anzahl von
Weichen, sowie durch Combinationen von Weichen mit Gleiskreuzungen zum Vor-
schein kommen (WeichenVerbindungen, Weichenstrassen, Kreuzweichen u. s. w.) und
werden wir uns damit den Untersuchungen nähern, deren weitere Ausführung dem
Cillbtel über Anlage der Gleise auf Stationen Vorbehalten ist.
$ 2. A eitere Formen der Weiclienconslruction: Schl epp weichen und
Weichen mit testen Spitzen. — Eine Weiche soll nach Obigem eine Verbindung
zwischen zwei unter einem spitzen Winkel zusammenlaufenden Gleisen // und A s.
nachstehenden Holzschnitt Fig. 1) hersteilen. Die Eisenbahnfahrzeuge können ihre
EiS- l-


BeweguugBvorriclitung nicht pMriM. *»>!«">, « « «-* J 1,lonku”S ff 'V 'f"
aus der Hichtung A in die ltichtnng U H, eine Onrvc cmr.nlcgcn welche he, «
da» Itaptglci» U, hei . das Nebengleis jr tangirt. Ferner nms» in dem b,»te,,, von
Schiene,, welches »ich anf diese Weise bildet 1-latr. filr d,e Spurbaim, de, Met-
geschaffen werden. Auf diesen einfaehen Grundlagen beruhen sammthehe Wetehcn-
Soweit die Wege für die Spurkränze der Kader, welche m der l'igur durch
Sehraftäge bezeichnet wurden, getrennt von einander laufen, sind wesentliche Abwei-
chungen von der gewöhnlichen Oberbauconstruction nicht geboten, hingegen werden
sowohl am Anfang "der Ausweichung (bei a), wie am Ende derselben, wo ein Schienen-
strang den andern durchschneidet, besondere Anordnungen zu treffen sein. Die Aus-
weichung zerfällt somit in drei Theile: die eigentliche Weiche (der Wechsel, Ablenk-
vorrichtung die Weichencurve und die Durchkreuzungsstelle der Schienen.2 Die
Weichencnrve findet sicli in ziemlich gleicher Weise hei allen Ausweichungen, die Al>-
•enkvorrichtung und die Durchkreuzungsstelle sind in verschiedener Weise construirt.

21 Tn Rptroff der Nomenclatur der Weichen herrscht noch nicht die nöthige Uebereinstim
>»ung und Klarheit. Wir werden uns möglichst an die Bezeichnungen der hn^
harungen halten. Daselbst scheint man die gesannnte Anordnung durch welche dioJSte
einander verbunden werden, mit „Ausweichung«, den vordem Iheil derselben aber^ in_wcM ^ ^
Trennung der Gleise beginnt, mit »Weiche« zu bezeichnen, luir den 1 hu , den Vorzug
Kreuzungsstelle der Schienenstränge bildet, scheint der Name »Herzstück« odei »He
v°r allen andern zu verdienen.
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