Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahnbau — Leipzig, 1873

Page: 373
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X. Uebeegangswerke, Abtiieilüngszeichen etc.

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und Haltestellen, welche lediglich für den Bahndienst hergestellt wurden, soweit sie im
Bahngebiet liegen, durch die Bahnverwaltung unterhalten und beleuchtet werden müssen.
§ 2. Zugänge zu den Niveauübergängen. — Wege, welche die Bahn an
Stellen durchkreuzen, wo dieselben weder auf hohen Dämmen, noch in tiefen Ein-
schnitten liegen, sind im Niveau der Bahn über dieselbe zu führen, sind zu dem Ende
mit Rampen zu diesem Niveau hinauf- resp. hinabzuleiten, in der Höbe des Schienen-
kopfs zu pflastern oder auf sonstige Weise zu befestigen und bei Annäherung der
Züge abzusperren.
Bei sehr frequenten Strassen vermeidet man soviel als nur irgend möglich die
Uebergänge im Niveau der Bahn, dies ist namentlich bei Hauptbahnen der Fall. Häu-
fig werden selbst da, wo nach der Gestaltung des Terrains leichter und billiger Niveau-
übergänge angelegt werden können, dennoch Uebergänge durch Wegebrücken oder
Brückenthore hergestellt, um die nicht unbedeutenden Kosten der ständigen Bahnbe-
wachung an diesen Stellen zu ersparen. Dagegen bei Nebenlinien und secundären
Bahnen, wo der Verkehr weniger lebhaft ist, stellt man im Gegentheil nur in dem
Fall solche Kunstbauten her, wo die localen Verhältnisse diese unbedingt erfordern.
Die Herstellung eines Niveauüberganges umfasst gewöhnlich
a. die Ausführung der Rampen und deren Einfriedigung,
b. die Herstellung der Rampencanäle,
c. die Abänderung des Oberbaues in der Breite der Fahrbahn,
d. die Pflasterung, Chaussirung oder Verkiesung des Uebergangs und seiner
Zugänge,
^ c. die beweglichen Verschlussvorrichtungen, welche den Fuhrwerken, Reitern
und f ussgängern das Passiren des Wegs nur in Augenblicken gestatten, wo es ohne
Gefahr geschehen kann und
f. in vielen Fällen die Aufstellung einer Wärterhütte, oder die Erbauung eines
Wärterhauses.
Die Breiten der Rampen für die einfachsten Fusswege bis zu den frequentesten
Chausseen in der Nähe grosser Städte können von fm bis 12m variiren und die Au-
steigungen von Vs l)is Vio abnehmen.
Um nicht eine zu grosse Verschiedenheit in den Rampen-Breiten und den damit
in Verbindung stehenden Einrichtungen am Oberbau, Barrieren etc. zu erhalten, nimmt
man die Breiten der Rampen in der Regel zu 1, 2, 2</2, 31/2, 5, 7, 0 oder 12 Meter
an und wählt die Steigungen zu y8, i/10, */]5, V20, V25J Vs3 oder y40. Diesen Breiten
sind als Raum für die Einfriedigung an jeder Seite 0m,45 hinzuzurechnen.
In flachen Gegenden soll die Steigung der Rampen bei Chausseen 1 : 33 und -
bei Haupt-Communalwegen 1 : 20 nicht überschreiten, wogegen in bergigen Gegenden
dies Verhältniss auf 1 : 25 bis 1 : 15 wachsen kann.
Die Richtung der Rampen hängt meist von der Lage des alten Weges ab und
ist dieser Lage entsprechend anzunehmen. Nur wenn der alte Weg an der Stelle der
Bahn eine sehr starke Krümmung macht, oder wenn die Bahn von dem Wege unter
einem erheblich spitzem Winkel, als 45° durchschnitten wird, oder endlich, wenn
durch eine Verlegung günstigere Terrain-Verhältnisse zu erreichen, oder sehr kost-
spielige Grunderwerbungen zu vermeiden sind, wird von der alten Richtung des Weges
abzuweichen sein.
Dabei ist eine möglichst rechtwinkelige Durchkreuzung wünschenswerte jedoc 1
auch Durchkreuzungen bis zu einer Neigung des Weges gegen die Bahnachse von 3(1
uoch zulässig.
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