Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahnbau — Leipzig, 1873

Page: 561
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XIV. Capitel.

Die Eisenbahn-Hochbauten auf den Bahnhöfen und
ausserhalb derselben.

Bearbeitet von
J. Hi a s c li ,
Eisenbahn-Bau-Inspecto r.
(Hierzu die Tafeln XXXV11 bis XLV1I.)

]Vl ^ Einleitung. Wenn inan die altern mit den neuern Eisenbahn-Hoch-
biit T vci^e*c^’ so lnn*mt man Veränderungen wahr, welche im Einklänge stehen
01 Srossartigen rhätigkeit, die im Allgemeinen auf dem Gebiete des Eisenbahn-
J-^-rscbt hat. Eisenbahnbauten, welche uns vor 20 Jahren durch ihre Gross-
Erstaunen setzten, erscheinen uns jetzt häufig als kleinliche unpassende
vjT'u^nissc, welche entweder bereits verlassen werden mussten, oder doch dein jetzigen
. 1 v(hisumtange nicht mehr zu entsprechen vermögen. Allerorten war man zu Um-

“Ulten, Erweiterungen oder Neubauten

gezwungen und fand dabei Gelegenheit, die

gesammelten Erfahrungen über den Umfang und die Erfordernisse des Verkelns, so
Vv*e bezüglich der Technik der Häuten zu verwerthen.
Hatte man angefangen nach Art gewöhnlicher Wohngebäude die eisten Bam
hofsgebäude zu erbauen und in der einfachsten Construction mit den gebiäuchlic ltn
Eonstructionsmitteln auszuflihren, so wurden bald ungewöhnliche Dimensionen liii
Vestibüle, Wartesäle und Hallen und in Folge dessen Constructionen Erforderniss,
'velehc mit den bekannten gewöhnlichen Mitteln sieh nicht ausführen Hessen.
Zunächst zeigte sich dahei das Bestreben nach grösserer Solidität der Bauten,
Welches allmählich zu einem rationellen Coustructivbau führte. Im Acussern trat mit
(ler Einführung des Rohbaues — insbesondere des Backsteinrohbaues —- an die Stelle
des Architravs, wo derselbe widersinnig und nur mit Scheinconstructionen mög u i
gewesen wäre, die Bogenform. Decoration, welche bei Putzbauten mit gelingen i i
Ein zu erreichen war, ordnete sich mehr und mehr der Construction untei, um ies<-
Bedurfte der Decoration um so weniger, je besser und rationeller sie durcblnlde
'vurde. Architectonische Formen entwickelten sich aus Constructionen und an aw
Stelle von Formkünsteleien trat ein wirklich kunstgerechtes Mauerwerk.
Das Auftreten mittelalterlicher Stylformen, insbesondere des romanischen \ e,
w»e wir ihn bei den Bayrischen, Badischen, Hannoverschen und Braunschweigisc
Eisenhahnbauten in ausgedehntem Maasse angewandt finden, erklärt sieh < ami u s

Handbuch d. sp. Eisenbahn-Technik. I. 3. Aufl.


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