Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahnbau — Leipzig, 1873

Page: 670
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XY. Capitel.

Construction der mechanischen Anlagen für Wasser-
stationen.
Bearbeitet von
0 oo r g Mey er,
Königl. Maschinenmeister der öbersclilesisclien Eisenbalm zu Itatibor.
(Hierzu die Tafeln XLVIII und XLIX.)

§ 1. Allgemeines. — Ist die Anlage einer Wasserstation an einem Orte noth-
wendig, so handelt es sich zunächst darum, zu untersuchen, ob an der gegebenen
Stelle Wasser vorhanden ist, welches dem voraussichtlichen Bedarfe genügt und dabei
keine schlechten Eigenschaften besitzt, welche die Dampfproduction der Locomotiv-
kessel beeinträchtigen oder zu starker Kesselsteinbildung Veranlassung geben können.
Das für Wasserstationen erforderliche Wasser kann man entnehmen:
1) aus Flüssen (fiiessendes Wasser) und
2) aus Brunnen (Quellwasser).
Das erstere Wasser verdient immer, wenn man zwischen beiden die Wahl hat,
den Vorzug vor dem Brunnenwasser wegen der grösseren Reinheit und kann dasselbe
zur Verwendung beim Speisen der Locomotiven nicht genug empfohlen werden.
Oft sogar werden die Kosten, die, anstatt das Wasser aus nahegelegenen
Brunnen zu nehmen, durch die Herleitung des Flusswassers auf grössere Entfernungen
entstehen, vollständig gedeckt durch die Ersparniss an Unterhaltungs- und Reparatur-
kosten der Locomotivlccssel.
Zunächst ist eine Untersuchung des Wassers in Bezug auf seine Reinheit er-
forderlich. Ist das Wasser unrein, so zersetzen sich bei eintretender Temperatur-
erhöhung die im Wasser enthaltenen Salze und bilden an den Kessel- und Röhren-
wänden eine harte, sehr schwer zu entfernende Kruste, den sogenannten Kesselstein;
dieser letztere giebt einen schlechten Wärmeleiter, isolirt dabei die Wände vor der
Berührung mit dem Wasser und wirkt sonach auf dieselben indirect zerstörend ein-
Es zeigt sich dieses hauptsächlich an den Wänden der Feuerkiste, bei denen wegen
der Nähe des Feuers eine grössere Temperatur herrscht, welche die Ablagerung des
Kesselsteins begünstigt. Wie sorgfältig man auch die Kessel reinigen mag, der Ge-
brauch von unreinem Wasser hat zur unvermeidlichen Folge, dass die Dauer der
Feuerkiste und der Siederohre vermindert wird, wodurch erhebliche Mehrausgaben
veranlasst werden.
Ist das Wasser so unrein, dass es in diesem Zustande zur Speisung der Loco-
motiven nicht verwendet werden kann, und darf gleichzeitig die Lage der Wasserstation
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