Edmund Heusinger von Waldegg
Handbuch für specielle Eisenbahn-Technik: unter Mitw. von Fachgenossen hrsg. von Edmund Heusinger von Waldegg: Der Eisenbahnbau — Leipzig, 1873

Seite: 788
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788 H. Sternberg. — XVII. Aussergewöhnliciie Eisenbahnsysteme.

Die Zahnstangenbahnen sind mit den Nachtheilen behaftet, welche Locomotiv-
bahnen auf steilen Strecken überhaupt eigen sind; ihr Nutzeffect ist klein, weil der
schwere Motor die nutzlose Arbeit seines eigenen Emporsteigens mit zu leisten hat.
Ausserdem ist ihre Erbauung wesentlich theuerer als bei gewöhnlichen Eisenbahnen
und namentlich zeigt sich die Abnutzung der Zahnräder, selbst wenn solche aus Stahl
gefertigt werden, ausserordentlich gross. Die Locomotive der Rigibahn wiegt 10 Tonnen,
ebensoviel mag der bewegte Zug, welcher hier aus einem einzigen mit 80 Personen
belasteten Wagen besteht, wiegen. Abgesehen von allen Nebenverlusten wird daher
der Nutzeffect des Betriebes nur 50 % betragen. Und diese verhältnissmässig noch
erträgliche Ziffer wird erreicht durch Ermässigung der Zuggeschwindigkeit bis auf
11/:> Meter in der Secunde. Würde man die Geschwindigkeit vergrössern, so würde
nach den im § 1 entwickelten Gesetzen der Nutzeffect noch viel geringer sein.
Die Verwendung der Zahnstangenbahnen bei Hauptlinien, welche die auf ge-
wöhnlichen Bahnen üblichen Wagen zu befördern hätten, dürfte auch hierin nicht un-
bedeutende Schwierigkeiten finden, indem solche Sichor]heits- und Hemmapparate, wie
sie bei der Rigibahn für nothwendig erachtet worden sind, fortfallen würden.
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