Röll, Victor [Editor]
Encyklopädie des gesamten Eisenbahnwesens in alphabetischer Anordnung (Erster Band. Aachen-Düsseldorf Ruhrorter Eisenbahn bis Betrieb) — Wien, 1890

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Aachen-Düsseldorf-Rulirorter Eisen-
bahn. Unter dieser Bezeichnung wurden bis
zum Jahr 1866 zwei verschiedenen Gesell-
schaften gehörige Bahnen, nämlich
a) die Aachen-Neuß-(Düsseldorfer),
b) die Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher
Eisenbahn
verstanden. Die Linie von der belgischen Landes-
grenze hei Bleyberg über Aachen nach Neuß,
77,7 km lang, wurde am 12. August 1852 für
den Personenverkehr und 17. Januar 1853 für
den Güterverkehr, die Verbindungsbahn Neuß-
Düsseldorf mit fester Rheinbrücke am 24. Juli
1870, die 42,10 km lange Linie M.-Gladbach
über Viersen, Crefeld nach Homberg (mit Rhein-
trajekt nach Ruhrort) am 5. Oktober 1849 für
den Personenverkehr, sowie am 15. Oktober 1851
für den Güterverkehr eröffnet. Der Betrieb
wurde von der Eröffnung an bis 1866 durch
die Königl. Direktion der Aachen-Düsseldorf-
Ruhrorter Eisenbahn für Rechnung der Gesell-
schaften geführt. Am 1. Januar 1866 wurden
beide Bahn-Unternehmungen mit dem Netz
der Bergiseh-Märkisehen Eisenbahn (s. diese)
vereinigt. Rübenach.
Aachener Industriebahn, s. Aachen-Jü-
licher Bahn.
Aachen-Jiiliclier Eisenbahn (40.4 km),
im Regierungsbezirk Aachen (Preußen) gelegen,
führt von Aachen über Würselen und Höngen
nach Jülich (27.6 km), von Aachen nach Rothe
Erde (4,5 km) und von Morsbach über Würselen
nach Stolberg (7,9 km). Dieselbe ist normal-
spurig und eingleisig gebaut. Abgesehen von
der Strecke Höngen-Jülich, welche erst am
20. September 1880 konzessioniert wurde, er-
folgte die Allerhöchste Genehmigung zum Bau
sämtlicher Strecken am 23. November 1872.
Durch die ersterwähnte Konzession wurde auch
die Umänderung der Firma der am 6. April 1873
konstituierten Aachener Industriebahn-Aktien-
Gesellschaft in Aachen - Jülich er Eisen-
bahn - Gesellschaft genehmigt. — Eröffnet
wurden die Strecken Würselen-Höngen und
Morsbach - Stolberg am 26. September 1875,
Würselen-Aachen und Aachen-Rothe Erde (nur
für Güterverkehr) am 31. Dezember 1875, endlich
Höngen-Jülich am 1. Oktober 1882.
Die Bahn befördert hauptsächlich die aus
den Gruben bei Würselen, Höngen, Morsbach
und Grevenberg herrührenden Kohlen und ver-
mittelt ferner die Zufuhr der von den zahl-
reichen an der Bahn gelegenen industriellen
Etablissements benötigten Rohprodukte, sowie
Encyklopädie des Eisenbahnwesens.

den Versand der aus den letzteren hergestellten
Fabrikate. Die betreffenden Etablissements be-
sitzen insgesamt 6,11 km lange Industriebahnen.
Der Betrieb sämtlicher Strecken erfolgt nach
den Bestimmungen der Bahnordnung für Bahnen
untergeordneter Bedeutung. Auf Grund des Ge-
setzes vom 28. März 1887 wurde die A.-J. Bahn
am 1. Mai desselben Jahrs vom preußischen
Staat übernommen und dem Bezirk der kgl.
Eisenbahn-Direktion Köln linksrheinisch zuge-
wiesen, s. preußische Staatsbahnen.
Rübenach.
Aachen - Mastricliter Eisenbahn, um-
fassend die Strecke Aachen-Mastricht-Hasselt
(65,10 km, von der Aachen - Mastrichter Bahn
gebaut), sowie die der Gesellschaft Mackenzie
<fc Comp, gehörige gepachtete Strecke Hasselt-
Landen (27,75 km); dieselben wurden am
17. Januar 1853 eröffnet. Am 1. August 1867
giengen beide Linien an die Grand Central Beige
in Brüssel (s. diese) über. Rübenach.
Aargauisch-Luzernische Seethalhahn
(Schweiz), normalspurige Straßenbahn, Linien:
a) Lenzburg - Beinwyl- Hochdorf- Emmenbrücke
(42.141 km), eröffnet 3. September 1883 und
b) Beinwyl-Eeinach (3,061 km), eröffnet 23. Ja-
nuar 1887. Betrieb von der Gesellschaft selbst
(mit dem Sitz in Hochdorf) geführt. Anlage-
kapital Ende 1887 3 608 447 Frs. (pro Kilorn.
79,626 Frs.). Stärkste Steigung 35 pro Mille,
kleinster Kurvenradius 160 m. Anschlüsse: in
Lenzburg an die Schweizer Nordostbalm und an
die Aarg. Südbahn und in Emmenbrücke an
die Schweizer Centralbahn. Dietler.
Aargauische Siidbahn (Schweiz), Linien:
a) Rupperswyl - Wohlen (13,451 km), eröffnet
23. Juni 1874; b) Wolilen-Muri (9,531 km), er-
öffnet 1. Juni 1875; c) Muri-Rothkreuz (17,491 km),
eröffnet 1. Dezember 1881; d) Rothkreuz - Im-
mensee (7,056 km), eröffnet 1. Juni 1882;
e) Brugg - Othmarsingen (8,078 km), eröffnet
1. Juni 1882; /') Othmarsingen - Hendschikon
(1,864 km), eröffnet 1. Juni 1882, zusammen
57,471 km. Der Betrieb auf den Linien a)—c)
und e)—/'), sowie der Gemeinschaftsbetrieb auf
der der Nordostbahn gehörigen Linie Aarau-
Rupperswyl wird von der schweizerischen Cen-
tralbahn geführt, wogegen der Betrieb der
Linie d) an die Gotthardbahn verpachtet ist.
Die Betriebsführung erfolgt für gemeinsame
Rechnung der schweizerischen Centralbahn und
Nordostbahn, welche das Anlagekapital von
12 200 000 Frs. zu gleichen Teilen aufgebracht
haben. Stärkste Steigung 10,5 mm, kleinster
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