Ritgen, Hugo von
Neues System für Secundär-Bahnen von normaler Spur — Berlin, 1876

Page: 43
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/33-7086/0047
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
36. Der Normal-Personenwagen.

43

Anbringung der Aufsteigetritte erfolgt in der Weise, dass nirgends die Gesammtbreite
= 1,9m des Wagens überschritten wird.
Weiterer Erläuterungen über den Güterwagen mit Bremse bedarf es nicht.
Nur Wollen wir noch bemerken, dass die für den Bremserstand vorgesehene Breite
von 0,8Sm eine sehr reichliche ist und dass wohl schon 0,5™ bis 0,6™ völlig für
diesen Zweck ausreicben würde. Die gegebene Anordnung hat nur den Yortheil,
dass die Stirnwand am Bremsersitze gerade auf einen bereits vorhandenen Querträger
zu stehen kommt, während anderenfalls wohl noch ein weiterer Querträger erforder-
lich würde. Doch mag es vielleicht zweckmässiger erscheinen, diese Iliicksicht auf-
zugeben und die Breite des Bremserstandes auf das obige geringere Mass zu bringen.

E. Der Normal-Personenwagen der Sekundärbahn.
36. Der Normal-Personenwagen.
Nimmt man den von dem Normal-Güterwagen' allseitig eingenommenen Raum,
so lässt sich in denselben sehr leicht eine durchaus zweckmässige Form eines Per-
sonenwagens hinein entwerfen. Fig. 20 und 21 auf Tafel III zeigt unseren Ent-
wurf. Zunächst bleibt der ganze untere Bau des Wagens bis einschliesslich der
Hauptträger, Kopfschwellen, Zug- und Stossvorrichtungen genau der des Normal-
Güterwagens , mit der einzigen Massgabe, dass um die erforderlichen Auftrittbreiten
für die Reisenden zu gewinnen, die Hauptträger auf den Abstand 1,1 6m zu-
sa m men gerückt sind. Ferner kommen die oberen Zughaken in Wegfall, da
diese Personenwagen nicht auf die Hauptbahnen übergehen sollen. Sollte das Be-
dürfniss vorliegen, die Wagen aus Gründen der Reparatur oder der Aushülfe
bei einer anderen Sekundärbahn ausnahmsweise dann und wann in Hauptbahn-
zügen mitlaufen zu lassen, so kann man sich für solche Fälle leicht in irgend einer
Weise behelfen. Am besten werden wohl in diesem Falle die Wagen an das Ende
(les Hauptbahnzuges angehängt.
Der Personenwagen erhält nur an einer Seite am Ende des Wagens eine
Platform von der gleichen Breite, wie der Bremserstand am Bremswagen, nemlich
bis zum ersten Querträger reichend. Diese Breite kann hier natürlich nicht, wie wohl
am Bremsgüterwagen, noch verringert werden, reicht aber andrerseits für das Ein- und
Aussteigen der Reisenden völlig hin. Die Aufsteigetritte führen nach dieser Platform
und zwar, wie Fig. 21 zeigt, in Folge der Zusammenrückung der Hauptträger des
Wagens, in einer bequemen Weise. Es lässt sich nicht vermeiden, dass man über
die Hauptträger hinweg wieder 15zm nach abwärts steigen muss, doch kann man
sich dies bei einer Sekundärbahn noch wohl gefallen lassen. In jeder Stirnwand
des Wagens befindet sich eine Schiebethür; die Wagen sind auf ununterbrochenen
Durchgang durch den Zug, soweit in demselben Personenwagen gehen, eingerichtet,
also mit Uebergangsplatten und Geländern von Stirn zu Stirn versehen.
Der innere Wagenraum hat in der Quere im Lichten etwas über 1,7™, welche
Ureite zu Sitzen für einander gegenübersitzende Personen mit Durchgang in der Mitte
gerade und völlig ausreicht; es ist dies die lichte Breite, welche auch die Koupes
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list