Ritgen, Hugo von
Neues System für Secundär-Bahnen von normaler Spur — Berlin, 1876

Page: 44
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/33-7086/0048
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
44

Die Normalprofile.

guter Wagen III Klasse der Hauptbahnen aufweisen. Die Sitze laufen also zu beiden
Seiten an den Langwänden des Wagens hin. Die Länge des umschlossenen Raumes
beträgt im Lichten rund 4,5™. Für III Klasse genügt eine Sitzbreite von 0,5™, wie
dies auch die übliche auf den Hauptbahnen ist; demnach können in einer Reihe
1) Personen, also in einem Wagen im ganzen 18 Personen Platz finden. Für II Klasse
würde derselbe Raum mit 2.7 = 14 Personen zu besetzen sein. Es versteht sich,
dass nur von der Anwendung dieser beiden Wagenklassen, welche in ihrer Ausstattung
eben denselben Klassen auf den Hauptbahnen gleichen, für die Sekundärbahn die
Rede sein kann. Die Höhe des Wagens im Lichten von in der Mitte 1,97 m, welche
sich bis zu den Scitenwänden auf 1,77™ ermässigt, ist eine durchaus zweckent-
sprechende. Die Fenster an den Langseiten der Personenwagen müssen vergittert
sein, um ein Herausbeugen der Reisenden aus demselben zu verhindern, welches bei
dem nur mässigen Spielräume zwischen Normalvoll- und Normallichtprofil mit Gefahr
verbunden sein würde. Das Resteigen der Personenwagen kann durch Anwendung
eines 0,2™ über Schienenoberkante hohen Perrons, wie Fig. 21 zeigt, erleichtert wer-
den; diese Höhe von 0,2™ dürfte das Minimum für einen Personenperron sein; sehr
bequem würde jedoch das Einsteigen durch einen — wie gleichfalls aus Fig. 21 zu
ersehen — Perron von 0,43™ Höhe gemacht.
Es ist noch zu erwähnen, dass der verringerte Abstand der Langträger des
Wagens von 1,16™ ein Abstiitzen der nach aussen vorstehenden Enden der Kopf-
schwellen nothwendig macht, damit dieselben nicht etwa durch die von den Ruffern
aufgenommenen Stösse gebogen werden. Dies geschieht durch die in Fig. 20 sicht-
baren Winkelplatten w an jedem Trägerende.

F. Die Nornmlprofile.

37. Das Normalvollprofil.
Nachdem die Entwürfe für den Normalgüterwagen mit und ohne Rremse, so-
wie für den Normalpersonenwagen feststehen, kann nunmehr das Normal voll profil,
innerhalb dessen sich alle beladenen oder unbeladenen Fahrzeuge der Sekundärbahn
in ihrer Ausdehnung halten müssen, aufgestellt werden.
Fig. 22« zeigt das von uns entworfene Normalvollprofil.
Dass die Rreite desselben nirgends mehr als 1,90™, die gesammte Höhe in der
Mitte = 2,90™, und an den Seiten um 0,20™ weniger == 2,70™ betragen musste,
ergibt sich «aus den Querschnitten und Stirnansichten des Normalgüter- und des Normal-
personenwagens ohne weiteres; ebenso dass die erwähnten Höhenpunkte durch einen
Kreisbogen verbunden werden mussten. Es könnte aber scheinen, als ob unterhalb
des von den Tritten der Personenwagen und der Rreinsgüterwagen noch bestrichenen
Raumes eine Reduktion der Rreite des Normalvollprofils, vielleicht zu Gunsten der
Perrons oder dergl. möglich wäre. Dem ist jedoch die Rücksicht auf die Anbringung
der Kuppelstangen für die Lokomotiven entgegen, welche nothwendigerweise ausser-
halb der Räder angebracht werden müssen. Indem wir auch hier die Rreite = 1,90™
beibehalten, wird dieser Redingung gerade genügt werden. Das Normalvollprofil
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list