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Ritgen, Hugo von
Neues System für Secundär-Bahnen von normaler Spur — Berlin, 1876

Page: 65
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Rückblick.

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Nachdem diese Bedingungen festgesetzt waren, handelte es sich darum, den
Entwurf eines geeigneten Normalgüterwagens nach denselben mit der weiteren Mass-
gabe aufzustellen, dass das denselben umschreibende Normalvollprofil bedeu-
tend gegen das der Hauptbahnen verkleinert würde.
Die Höhe des Normalprofils wurde hauptsächlich durch Beseitigung der
erhöhten Schaffner- und Bremsersitze vermindert. Diese konnte nur unter Einfüh-
rung des Interkommunikationssystems für die Personenwagen erreicht werden. Die
Bremser finden ihren Stand auf einer Plattform an einer Stirnseite des Bremswagens,
der Baum dafür wird dem Oberkasten entzogen.
Die Verminderung der Höhe findet ihre Grenze am schicklichsten durch die
Rücksicht auf den Transport von Grossvieh (insbesondere auch von Kavalleriepfeiden)
und auf angemessene Bequemlichkeit für den Personentransport und auf den Trans-
port von Truppen. Es ist hierfür eine mittlere Höhe des Wagenraumes im Lichten
von 1,9“ erforderlich. Die Oberfläche des Wagenbodens kann auf 0,9™ über Scbie-
nenoberkante herabgerückt werden, und folgt daraus eine Höhe des Normalvollprofils
von 2,7™ bis 2,9™.
Die Breite des Normalvollprofils wird verringert erstens in Folge der Ein-
führung des Interkommunikationssystems — die Trittbretter und die nach der Seite
aufgehenden Thüren entfallen; zweitens durch Auflagerung des Wagens auf inner-
halb der lläder befindliche Halszapfen der Achsen — die Achsschenkel kommen in
Wegfall. Beiläufig erscheint die Achse mit Halszapfen sehr erheblich günstiger
beansprucht, als diejenige mit Achsschenkeln.
Die Verminderung der Breite des Normalvollprofils findet ihre Grenze durch
die Nothwemligkeit, die Buffer in derselben Stellung, wie bei den Hauptbahnen,
wenn auch mit etwas verringertem Durchmesser der Scheiben, anzubringen.
Daher ergeben sich als
grösste Höhe des Normalprofils = 2,9 Meter
gleiclnniissige Breite desselben = 1,9 „
Fläche desselben = 5,380 □ Meter.
Es konnte nun sofort zum Entwürfe des Normalgüterwagens geschritten wer-
den, dessen Hauptmasse nach der Quere der Bahn direkt aus dem Normalvollprofile
folgen, und erübrigt nur die Bestimmung der Länge des Normalgüterwagens. Für
die Länge des Wagens im Lichten waren wieder wesentlich die Anforderungen des
Grossviehtransportes, d. h. für 4 Stück in einem Wagen, welcher 5,5,n Länge im
Lichten erfordert, massgebend; auch Personen- und Militärtransporte erfordern etwa
dieselbe Länge.
Es wird hierauf eingehend in Abschnitt 23 nachgewiesen, dass der so her-
gestellte Laderaum von 5,5m Länge auf 1,9m Breite und 1,9™ Höhe völlig für alle
Arten zu verfrachtender Güter ausreicht (wenn man vom Transporte von Langhöl-
zern, der anderweit zu erörtern, absieht), um eine Tragfähigkeit von 200/ vollständig
auszunutzen. Es wird daher die Tragfähigkeit des Güterwagens auf 200 / festgesetzt,
und derselbe darnach konstruirt. Die vorher nur unter dieser Voraussetzung getroffe-
nen Bestimmungen haben sonach ihre volle Giltigkeit.
Der Normalgüterwagen der Sekundärbahn wurde hiernach als ein zweiachsiger
offener Güterwagen mit Plandecke von 200/ Tragfähigkeit mit abnehmbaren Stirn-
v. iiitgen, System für Sekundärbalineu. 5
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