Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

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Erster Abschnitt
Einleitung und Allgemeine Geschlechtsphysiologie
Kapitel I
Einleitung
Ehe und Hoch-Ehe
Ich zeige euch den Weg zu der vollkommenen Ehe. —
Hoch-Ehe heiße ich sie.
Die Hoch-Zeit kennt ihr. Sie ist kurz, und bald versinkt ihr in
die Tief-Zeit, die ihr die Ehe nennt.
Aus Hoch-Zeit soll Hoch-Ehe werden. —
Dazu verhelfe euch dies Buch.
* *
Die Ehe — die der christlichen Länder wenigstens — versagt
oft. Darüber ist leider kein Zweifel möglich. Sie kann zu einem
irdischen Paradiese führen— sie wird manchmal eine richtige Hölle.
Ein Purgatorium, eine Läuterungsstätte, die sie immer bilden sollte,
ist sie nur allzuselten.
Soll man die Ehe denn verwerfen?
Viele Stimmen haben sich zu dem Zweck erhoben; — aber Bes-
seres anzugeben haben sie nicht vermocht.
Unendlich größer ist übrigens die Zahl derjenigen, die an dem
alten Institut festhalten wollen, und die Bedeutendsten sind unter ihnen.
Den Gläubigen ist es heilig;
Dem Staat, der Gesellschaft, unentbehrlich;
Für die Kinder unbedingt notwendig;
Die Frauen können ihrem Drang zu lieben nur in der Ehe mit
— wenigstens relativer — Sicherheit nachgeben.
Und die Männer finden, im großen und ganzen genommen, in
den geordneten Lebensverhältnissen, welche die Ehe ihnen in der
Regel bietet, die ersprießlichen Vorbedingungen zum Gedeihen ihrer
Arbeit.
Aus diesen Gründen, und vor allem, weil ich in jener Dauergestalt
der monogamen Liebesverbindung ein Evolutionsergebnis des Ge-
schlechtstriebes erblicke, das den Egoismus dieses Triebes in weitest-
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