Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

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gehendem Maße in Altruismus umsetzt, bekenne auch ich mich
zu der Ehe.
In der Ehe wird viel gelitten.
Ohne die Ehe aber wäre noch weit mehr Leid zu ertragen.
* *
Wo wir also an der Ehe festhalten, fragt es sich, ob wir das
Manko an Glück und das große Elend, das wir ihr in vielen Fällen
vorzuwerfen haben, gleichmütig hinnehmen sollen, oder versuchen
werden, Abhilfe zu schaffen.
Kein Mensch, der wie der Arzt, — besonders der Sexologe und
der Frauenarzt — in der Lage ist, oft hinter die Kulissen des Ehe-
lebens zu schauen, wird mit seiner Antwort auch nur einen Augen-
blick zögern.
Es muß alles daran gesetzt werden, um die Aussicht auf dauern-
des Glück in jeder denkbaren Weise zu verbessern.
* *
Die vier Eckpfeiler für das Gebäude von Liebe und Glück der
Ehe sind:
1. Eine richtige Gattenwahl.
2. Eine gute psychologische Einstellung der Gatten überhaupt
und zu einander insbesondere.
3. Eine den Wünschen des Paares entsprechende Lösung der
Progeniturfrage.
4. Ein harmonisches, blühendes Geschlechtsleben.

Über die Gattenwahl kann man Vernünftiges bei jedem ernsten
Autor lesen, der über das Geschlechtsleben des Menschen, über die
sexuelle Frage, über die Ehe, geschrieben hat, sei er nun Arzt,
Theologe oder Philosoph, sei es, daß er seine Ratschläge schon
vor Jahrhunderten oder erst im vergangenen Monat erteilte.
Ich brauche also das oft Gesagte nicht zu wiederholen, — was
übrigens nicht in dem Rahmen dieser Arbeit liegen würde — kann
nur bedauern, daß die guten Ratschläge noch immer zu wenig be-
achtet werden, und die Mehrzahl der Menschen noch stets ohne
Gatten wähl, sondern vollkommen blindlings tappend, in die Ehe
hineingeht, — sowie mit meiner Stimme den Chor derjenigen ver-
stärken, welche den Wert einer möglichst tadellosen Gesundheit
als in erster Linie mit maßgebend bei der Wahl betonen. Denn
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