Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

Page: 22
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Kapitel III
Einblicke in die allgemeine Geschlechtsphysiologie
des Menschen
ZWEITERTEIL
Geschlechtsgefühle und äußere Reize
Wir haben im vorhergehenden Kapitel gesehen, wie der Geschlechts-
trieb, vom Fortpflanzungstrieb ausgehend, sich über verschiedene
Stufen hinauf entwickelt, bis er in Form der Hoch-Ehe den höchsten
Grad erreicht. Auch konnten wir es uns klar machen, in welcher
Weise die Komponenten des Geschlechtsbetätigungstriebes von innen
heraus beeinflußt werden.
Wir werden jetzt versuchen, uns zu vergegenwärtigen, welche Ein-
drücke von außen es sind, die erregend — oder hemmend — auf
ihn einwirken.
Wie nun die „inneren Reize“ in somatische (Sekretionswirkung;
Anfüllung von bestimmten Körperhöhlen und Ausfuhrgängen, von
Blutgefäßen) und seelische (Vorstellungen, Erinnerungsbilder, Phan-
tasien) unterschieden werden können, so lassen sich auch in den
„äußeren Reizen“ solche erkennen, welche vorwiegend körperlicher
Natur sind, und andere, welche hauptsächlich dem psychischen Ge-
biet angehören. Ebensowenig aber wie eine derartige Unterscheidung
der verschiedenen inneren Reize durchführbar ist, weil diese sich
gegenseitig stark beeinflussen, sind die beiden Arten von äußeren
Reizen genau auseinander zu halten. Können doch schon die, welche
rein psychischer Natur sind, nicht anders als durch Vermittlung unserer
Sinnesorgane zu uns kommen.
Dennoch ist es zweckmäßig, sie, soweit es geht, gesondert zu
betrachten.
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Fangen wir mit den seelischen Eindrücken an, die geeignet
sind auf die Sexualsphäre einzuwirken, so sehen wir, daß alle Natur-
ereignisse, welche Veranlassung zu Angst und Furcht geben, erregend
auf die Geschlechtsgefühle einwirken können. Das ist teilweise zu
erklären durch den Wunsch, sich in Gefahr einem Mitgefährdeten,
womöglich einem Stärkeren, anzuschließen, — ein Wunsch, der die

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