Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

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Frau dazu treibt, Schutz bei dem Manne zu suchen, w<. ren -
Mann seinerseits einen Drang hat, die Schwächere, die r^11’ zu
schützen, — aus welchen Gefühlen dann alsbald eine elzu £
Geschlechtsannäherungstriebes resultiert.
Die Erklärung dieser Erscheinung liegt jedoch zweifelsohne
nicht allein dort; denn auch ohne Möglichkeit der Beteiligung
Schutzfaktors können Angst verursachende Naturereignisse 2
schlechtlich erregend einwirken, was sich bisweilen ei as ur
deutlich kennbar macht.

b sich dabei auch unbekannte Einflüsse rein physikalischer Art,
o ge von atmosphärischen Störungen, z. B. durch Einwirkung auf
je Gehirntätigkeit, geltend machen, läßt sich nicht sagen. Doch
“ es zu denken, daß es — wie schon Virgil erwähnt — vorzugs-
weise das Gewitter ist, welches geschlechtlich erregend einwirkt, und
as zwar schon dann, wenn es noch im Anzug ist, also bevor die
urcht vor Blitz und Donner mitspielt,
u'nierhin, nicht nur die Furcht kann in sexueller Hinsicht reizen,
3UC ^er Kummer vermag es. Dabei gibt es selbstverständlich wieder
verschiedene Momente: die Neigung Trost zu suchen oder zu spen-
^n> das geteilte Leid, das zwei Menschen einander näher bringt,
^er unbewußte Versuch, die Gedanken von dem Kummer abzulenken,
ennoch ist gewiß auch ein wesentlicher Bestandteil in dieser
■ndung von Kummer und geschlechtlicher Erregung enthalten,
und l e.^er* ^er au^ so^c^e Fragen achtet, gelegentlich bei sich selbst
wjr j ei anderen beobachten mag. Eine Erklärung dieser Erscheinung
sche Zusammenhängen müssen, daß Störungen des seeli-
2(i ,n ~ ‘eichgewichtes imstande sind, die gewöhnlichen Hemmungen
cVi. ®e*nträchtigen, und dadurch den Urtrieben Gelegenheit bieten,

ln stärkerem Maße als sonst geltend zu machen.

sich
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ndererseits wirken Eindrücke, welche Angst, Furcht und Kum-
zuwege bringen, wenn diese Affekte nur intensiv genug sind,
ar dämpfend auf schon bestehende geschlechtliche Erregung
n> oder sie können es unmöglich machen, daß eine solche, selbst
So ^ von kräftigen örtlichen Reizen, zustande kommt.
ann es geschehen, daß eine sonst normal empfindende Frau
VorC^ ^em hemmenden Einfluß solcher Eindrücke (z. B. aus Furcht
kann C^Wan£erschaft) bei dem Coitus nicht zur Befriedigung gelangen
nn oder ^e. ejnem ^|anne ejne schon bestehende Erektion sich
verliert.

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