Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

Page: 121
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Kapitel VII
Zur Anatomie und Physiologie der männlichen
Geschlechtsorgane
Wie die Physiologie der weiblichen Genitalien, so werde ich auch
die der männlichen Geschlechtsorgane zusammen mit der Anatomie
besprechen.
Die Besprechung des Mannes wird viel weniger Raum in Anspruch
nehmen, als es die des Weibes getan hat, weil im Leben des Mannes
die geschlechtlichen Funktionen nicht die alles beherrschende Rolle
spielen, welche der Tätigkeit der weiblichen Genitalorgane eigen ist.
„Man’s love is from man’s life a thing apart,
It’s woman’s whole existence“. (Byron)
Die Aufgabe, welche die Natur der Frau zugewiesen hat, ist, ganz
der Erhaltung der Art zu leben. Der Mann dagegen hat in erster Linie
für die Erhaltung der ihm anvertrauten Individuen Sorge zu tragen.
Für die Erhaltung der Art ist seine Aufgabe darauf beschränkt,
der Frau das befruchtende Element zuzuführen. Deshalb ist die Frau
nur Geschlechtswesen, der Mann auch Geschlechtswesen.
Das drückt sich auch symbolisch in den Geschlechtsorganen aus;
beim Weibe befinden sie sich im Zentrum des Körpers, beim Manne
bilden sie nicht mehr als einen Anhang.
Daß dieser Anhang in aesthetischer Hinsicht sogar unschön wirkt,
so daß die bildenden Künstler ihn immer kleiner wiedergeben als
er normalerweise ist, sei hier nebenbei bemerkt.
* *
Von inneren Geschlechtsorganen kann beim Manne nicht wie bei
der Frau geredet werden. Zwar befinden sich innerhalb der Becken-
höhle einige kleinere, gewiß nicht unwichtige Gebilde. Sie spielen
aber doch nicht mehr als eine sekundäre Rolle und werden also
am besten zusammen mit und in Anschluß an die äußeren Geschlechts-
organe besprochen. Es wird also ein Kapitel ausfallen, das dem V.,
die innere Genitalien des Weibes behandelnd, entspräche. Auch ein
Analogon des VI. Kapitels habe ich für den Mann nicht zu schreiben,
weil ihm nicht nur eine der Menstruation entsprechende Erscheinung,
sondern auch eine Wellenbewegung der Lebensprozesse vollständig
fehlt.
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