Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

Page: 151
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Dritter Abschnitt
Der Geschlechtsverkehr
Seine Physiologie und Technik
Jede natürliche Fähigkeit, wie dies eine
jede organische Funktion ist, kann durch
Übung, Entwicklung und Vererbung zur
Kunst gesteigert werden.
H. Vaihinger.
Die Philosophie des Als-Ob. ')
Kapitel VIII
Definition, Vorspiel und Liebesspiel
Unter Geschlechtsverkehr wollen wir hier den gesamten
Verkehr verstehen, der zwischen Menschen zu geschlechtlichen
Zwecken stattfindet. Wir wollen uns weiter sofort darüber im klaren
sein, daß wir mit diesem Wort, wenn es ohne Adjektiv dasteht,
ausschließlich den normalen Verkehr dieser Art meinen. Wenn
wir es gar nicht vermeiden können, irgend eine abnormale sexuelle
Betätigung zu erwähnen, so werden wir sie nachdrücklich als solche
kennzeichnen. Das wird aber nur selten nötig sein, weil wir doch,
wie schon früher betont wurde, das Tor der Hölle, in der die sexuell
Abnormen leiden, fest verschlossen halten wollen. Der physiologischen
geschlechtlichen Betätigung wollen wir in der Hoch-Ehe — unter
Vermeidung jeder Prüderie, sei es auch unter Innehaltung der wah-
ren Keuschheit — Gelegenheit geben, sich nach allen Richtungen
so weit wie möglich zu entfalten. Alles Krankhafte, Naturwidrige
aber werden wir aus ihr verbannen.
Damit wir uns dabei nicht mißverstehen, haben wir zuerst fest-
zulegen, was wir als normalen Geschlechtsverkehr betrachten werden.
Das ist nicht leicht, wie jede Definition auf jedem Gebiete ihre
Schwierigkeiten hat. Ich glaube den verschiedenen Anforderungen,
die hier zu stellen sind, am besten gerecht zu werden, wenn ich
unter normalem Geschlechtsverkehr jeden Verkehr
Verstehe, der zwischen zwei geschlechtsreifen Menschen
Verschiedener Gattung unter Ausschluß von Grausam-
keit und ohne Anwendung von Hilfsmitteln zur Lust-
er z eugung mit der direkten oder indirekten Zielsetzung

*) Volksausgabe, Kapitel II, S. 8. (Felix Meiner, Leipzig).

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