Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

Page: 182
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Kapitel IX
Die Geschlechtsvereinigung (Vergottung)
ERSTER TEIL
Physiologisches und Technisches
Mit der Geschlechtsvereinigung erreichen Vorspiel und Liebes-
spiel ihren Zweck und der Geschlechtsverkehr sein Höhenstadium.
In ihrer idealen Form —- und glücklicherweise ist das Ideal dies-
mal nicht unerreichbar — nehmen Mann und Weib einen völlig
gleichwertigen Anteil an dieser innigsten aller Vereinigungen, wer-
den wahrhaft körperlich und seelisch eins.
Wenn auch der Mann der Spendende, die Frau die Empfangende,
und er meistens der eigentlich Aktive ist, so ist sie gewiß nicht
die passive Partei, wofür man sie lange gehalten hat und viel zu
viel noch immer hält. — Und jedenfalls soll sie es nicht sein!
Denn die Geschlechtsvereinigung verläuft nur dann physiologisch, den
Naturgesetzen entsprechend, nur dann sinngemäß und nur dann
zweckmäßig, wenn beide Sichvereinigenden sich daran voll be-
teiligen, wenn sie empfinden, daß sie — Mann und Weib — gleich-
mäßig des vollen, uneingeschränkten Geschlechtsgenusses und der
unbedingten Befriedigung teilhaftig werden. — Wenn irgendwo und
irgendwie im Leben eine Forderung gleicher Rechte für beide Ge-
schlechter unabweisbar ist, so ist es — im Interesse beider Be-
teiligten — diejenige der Gleichwertigkeit bei der Geschlechtsver-
einigung.
So soll in der Hoch-Ehe nicht der Mann die Frau begatten, son-
dern die Eheleute sollen sich vergattern

Die Vergattung, — die Paarung, der Coitus — die dritte Phase
des Geschlechtsverkehres, fängt an mit der Einführung des eri-
gierten Penis (des Phallos, wie die Alten das Organ in dieser aktiven
Form nannten) in die weibliche Scheide. Der Vorgang erreicht seinen
Gipfel mit der Ejakulation des Sperma in der Tiefe der Vagina und
mit der ungefähr gleichzeitig erfolgenden beiderseitigen Lustlösung.
Er endet, wenn das Glied die Scheide verläßt.
Die Summation der Reize, die der männliche, sowohl wie der
weibliche Organismus braucht, um zum Höhepunkt des Aktes, zum
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