Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

Page: 254
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Indessen ist das Wunderbare geschehen: aus dem klingenden
Instrument ist ein singendes Wesen geworden, — das mit seinen
eigenen Vollkommenheiten den Gatten dermaßen entzückt und
beglückt, daß er dankbar bezeugt: „Nie war Eine so Weib wie
du, und noch keine verstand es wie du, zu kosen und den Selig"
keiten der Umarmung immer wieder neue Gestalt zu schenken.“')
Es ist das Höchste im Geschlechtsverkehr, für einander die
Freuden der Vergattung immer weiter zu vervollkommnen, für
) einander ihnen immer wieder neue Reize zu verleihen, — und
damit zu zeigen, daß man Glück spenden, Lust schenken
will, daß man nicht sich selbst sucht, sondern den anderen, daß
es die Liebe ist, die schenkende, spendende Liebe, die jede
Einzelheit der sexuellen Handlung bedingt und daß das, was
man in der lusterfüllten Vereinigung der Körper zu geben und zu
finden sucht, vor allem die Verschmelzung, das Einswerden der
Seelen ist.
„Wenn ihr euch vergattet, so tut es mit dem tiefen Empfinden
der ganzen Größe der Handlung, die ihr begehet. Gebet euch voll
und ganz dieser Handlung hin, leget eure Seelen hinein und euren
Geist sowohl wie euren Körper!“2)

*) Nach einem georgischen Lied, von A. Thalasso wiedergegeben im „Mercufe
de France“ 1907.
}) Omer Haleby „El Ktab“.
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