Velde, Theodor Hendrick van de
Die vollkommene Ehe / Velde, Th[eodor] H[endrik] van de ; Eine Studie über ihre Physiol. u. Technik — Leipzig & Stuttgart : Konegen, 1927

Page: 268
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Kapitel XIII
Körperliche Hygiene
Erster Teil
Defloration. — Flitterwochen
Beginnen wir mit dem Anfang, das ist die körperliche Vollziehung
der Ehe. Sie ist lange nicht immer mit der Defloration (Entjungferung)
identisch, denn bei weitem nicht jede Frau kommt als Virgo In-
tacta (unberührte Jungfrau) in die Ehe. Für diejenigen Fälle,
die Neuvermählte schon an geschlechtlichen Verkehr gewohnt ist»
hat das, was in den nachfolgenden Zeilen zur Erörterung gelangt»
selbstverständlich keine oder nur beschränkte Geltung. Für einen
Mann, der eine Jungfrau heiratet, hat es aber umsomehr Bedeutung»
da er sich nicht etwa vorstellen darf, daß die Defloration seiner
jungen Gattin eine in jeder Hinsicht leichte oder gar leicht zu
nehmende Sache ist.
Zwei Widerstände gibt es zu überwinden, einen seelischen und
einen körperlichen.
Der seelische (man sieht es: schon sind wir im Gebiet der Psyche)
besteht immer, auch bei ungehemmter Liebe, bei voller Bereit-
schaft, bei aller Hingabe, — selbst wenn es der Braut gelingt, ihn
(sogar vor sich selbst) zu verbergen.
Ich will das deutlich machen und beweisen durch ein Vorgehen»
das ich sonst in diesem Buche absichtlich zu vermeiden suche,
durch Vergleichung mit dem Verhalten in der Tierwelt. Beobachten
wir die Weibchen irgend einer Tierart während der Brunst. Sie alle
wollen die Belegung, aber die, welche noch nicht gedeckt wurden, be-
tragen sich ganz anders als die, welche „wissen“. Allerdings suchen
auch diese oft noch dem Männchen zu entfliehen, aber es ist deutlich»
daß da nur eine Werbungshandlung vorliegt, die den Zweck hat,
das Männchen und sich selbst nur noch mehr zu reizen und in stärkste
Bereitschaft zu bringen. Ganz anders dagegen die „jungfräulichen
Weibchen. Bei diesen geht der Fluchtversuch weit über das RelZ
maß hinaus, und aus ihrem ganzen Benehmen geht hervor, da
der Drang zur Geschlechtsvereinigung einen schweren Kampf
mit einer Art Scheu, einer Angst, in dem jener Drang manchma
erst nach relativ langer Zeit siegt. Wer Hündinnen hat, zu denen
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