Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Betriebsmittel für Nebenbahnen, Kleinbahnen und andere neuere Transport-Einrichtungen — Berlin, um 1900

Page: 157
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Allgemeines über Strafsenbahnen.

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Drehgestellen); solche sollen nicht mehr beschafft werden, sondern
nur noch vierrädrige Personenwagen. Die letztgenannte Bahn hat nur
vierrädrige Wagen.
In den Zügen werden der erste und letzte Abtheil nur von den
Zugbeamten besetzt als Schutzabtheil. Durchgehende Zugstangen sind
bei den älteren nicht vorhanden. Der Raum zwischen den Wagen-
kasten ist sehr klein. Buffer sind nur an der einen Seite des Wagen-
kastens vorhanden.
(Ausführlicheres über die unterirdischen Bahnen Londons: Siehe
Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure 1891.)

2. Nebenbahnen auf Strafsenkörpern, oder Strafsenbahnen.
§ 124. Allgemeines über Strafsenbahnen. Mit dem Namen Strafsen-
bahnen bezeichnen wir hier solche Bahnen, welche im Wesentlichen auf
vorhandenen Strafsen, öffentlichen Wegen gelagert sind, sonach keinen
besonderen Bahnkörper erfordern.
Bei Herstellung der Nebenbahnen mit besonderem Bahnkörper war
man bestrebt, die Anlagekosten möglichst zu verringern ; diese letzteren
werden ganz bedeutend noch dadurch vermindert, dafs man für Her-
stellung der Bahn eine vorhandene Strafse benutzt.
Es kommen nun Nebenbahnen bezw. Lokalbahnen vor, welche
t heil weise vorhandene Strafsen als Bahnkörper benutzen.
Derartige Bahnen sind z. B. die Broelthalbahn (Preufsische
Rheinprovinz), die Bahn von Ocholt nach Westerstede (Olden-
burg), Wilkau-Kirchberg (Königreich Sachsen) u. A.; dieselben
sind aber bereits bei den schmalspurigen Bahnen erwähnt und sollen
deshalb hier auch nicht weiter in Betracht gezogen werden.
Vielmehr sollen, wie vorhin angegeben, hier nur solche Bahnen
besprochen werden, deren Oberbau ganz oder nur mit geringen Aus-
nahmen auf einer vorhandenen Strafse, sei es innerhalb oder aufserlialb
der Städte, gelagert ist.
Während die Eisenbahnen schon eine Entwickelungsperiode von
etwa 50 Jahren hinter sich haben, sind Strafsenbahnen erst seit etwa
20 Jahren im Betriebe.
Das Verhältnifs der Betriebslänge der Eisenbahnen und der Strafsen-
bahnen ist sehr verschieden in den einzelnen Ländern, wie sich aus
der auf S. 158 oben folgenden Zusammenstellung ergiebt.
Man ersieht aus derselben, dafs die Entwickelung der Strafsenbahnen
in einigen Ländern, z. B. Italien, Holland, schon sehr grofse
Fortschritte gemacht hat, während andere Länder, wie z. B. Rufs-
1 a n d, eine geringe Zahl von Kilometern an Strafsenbahnen besitzen.
Die ersten Stadtstrafsenbahnen bestanden in Deutschland seit
dem 22. Juni 1865 in Berlin (Strecke Kupfergraben-Charlottenburg),
seit dem 16. August 1866 in Hamburg.
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