Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Betriebsmittel für Nebenbahnen, Kleinbahnen und andere neuere Transport-Einrichtungen — Berlin, um 1900

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3. Feld- und Waldbahnen.

3. Feld- und Waldbahnen.
§ 183. Allgemeines. In neuester Zeit haben die Eisenbahnen eine
weitere ausgedehnte Anwendung in Gestalt der transportablen Bahnen
für die besonderen Zwecke der Land - und Forstwirthschaft, beim Be-
triebe von Steinbriichen, Gruben , Brennereien , Brauereien, Ziegeleien,
Zuckerfabriken u. s. w., sowie endlich auch für Kriegszwecke gefunden,
um dadurch nicht allein eine Verringerung der Selbstkosten herbei-
zuführen, sondern auch die für den Transport erforderliche Zeit wesent-
lich abzukürzen. Bemerkt mag hierbei gleich werden, dafs die erste
Anwendung dieser Bahnen für Kriegszwecke von den Küssen bei dem
vor mehreren Jahren stattgehabten Kriege in Tu rk es tan geschah und
zwar mit etwa 106 km Länge. Diese transportabeln Industrie-, Feld-
und Waldbahnen kommen überall da zweckmäfsig zur Verwendung,
wo der Ort, an welchem die Beladung oder Entladung stattfindet, eine
veränderliche Lage hat. Zu diesem Zwecke hat man tragbare Eisen-
bahnen konstruirt, welche keinen besonderen Unterbau erfordern, son-
dern unmittelbar auf den auch wohl etwas geebneten Boden gelegt
werden, so dafs sie im Ganzen leicht aufgenommen und an einer
anderen Stelle oder für andere Aufgaben wieder verwerthet werden können.
(Fig. 222 und 223.) Man verbindet zu diesem Zwecke zwei Schienen
durch Flachquerschwellen zu einem Stück Gleis, einem sogenannten Joche,

Fig. 222.


mit einander. Behufs Herstellung einer Bahn werden d"ann die einzelnen
Joche in entsprechender Weise mit einander verbunden. Da, wie bereits
gesagt, kein besonderer Unterbau nöthig, so ist die Möglichkeit gegeben,
ein solches Gleis an verschiedenen Orten dem besonderen Zwecke ent-
sprechend zu verlegen und durch geringere Transportkosten einen gröfseren
Nutzeffekt zu erzielen.
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