Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Betriebsmittel für Nebenbahnen, Kleinbahnen und andere neuere Transport-Einrichtungen — Berlin, um 1900

Page: 348
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E. Transport auf Landwegen.

§ 259. Allgemeines. Beim Transport auf Landwegen kann man
gleichwie bei allen vorher besprochenen Bahnen unterscheiden :
1. den Weg ;
2. die Mittel zur Aufnahme der zu befördernden Last;
3. die Kraft zum Fortbewegen, bezw. zum Ueberwinden des sich
der Bewegung entgegen stellenden Widerstandes.
Der erste dieser drei Tlieile, der Weg, soll als vorhanden ange-
nommen werden, demnach bleiben nur die beiden folgenden Theile
zu besprechen. Das Fortschaffen von Lasten auf mehr oder weniger
horizontalen Wegen kann nun geschehen :
1. unmittelbar durch Tragen der Last von Menschen oder Thieren;
2. durch Schleifen oder Schlitten ;
3. durch Fuhrwerke mit einem, zwei, drei, vier und mehr Rädern.
Die erste Art des Beförderns von Lasten kommt häufiger vor, und soll
deshalb über die zugehörige Leistung von Menschen oder Thieren später
Einiges mitgetlieilt werden.
Die zweite Beförderungsmethode kommt hauptsächlich jetzt wohl
nur in Gegenden vor, in denen zur Winterzeit eine mehr oder weniger
hohe Schneelage vorhanden ist, wodurch ein für Schleifen oder Schlitten
passender Fahrweg gebildet wird.
Die Beförderung irgend welcher Gegenstände auf Landwegen durch
Fuhrwerke ist die allgemein gebräuchliche, und sollen deshalb sowohl
die zur Aufnahme der zu transportirenden Gegenstände dienenden Fuhr-
werke, sowie die hierbei auftretenden Widerstände etwas ausführlicher
besprochen werden.
§ 260. Leistung von Menschen und Pferden beim Tragen von Lasten.
Nach Weisbach kann ein Mensch ohne eine Last auf horizontalem
Wege täglich 10 Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 1,5 m
in der Sekunde sich fortbewegen, wobei das Eigengewicht des Menschen
zu etwa 70 kg angenommen ist. Trägt der Mensch auf dem Rücken
eine Last von 40 kg, so kann er täglich sich 7 Stunden fortbewegen auf
horizontalem Wege mit einer Geschwindigkeit von 0,75 m in der Sekunde.
Bezeichnet G das Eigengewicht eines Menschen und Q die von
demselben getragene Last, so kann man die Kraft zur Fortbewegung im
Mittel setzen = — (G -j- Q).
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