Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Betriebsmittel für Nebenbahnen, Kleinbahnen und andere neuere Transport-Einrichtungen — Berlin, um 1900

Page: 349
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Ueber Schleifen und Schlitten. — Allgemeines über Fuhrwerke. 349
Ein Pferd trägt auf dem Rücken 120 kg täglich 10 Stunden lang
im Schritt auf horizontalem Wege mit 1,1 m Geschwindigkeit in der
Sekunde. Hat das Pferd nur 80 kg auf dem Rücken, so läuft es täg-
lich 7 Stunden im Trabe bei 2,2 m Geschwindigkeit in der Sekunde
auf horizontalem Wege.
§ 261. Ueber Schleifen und Schlitten. Zum Transportiren grolser
aus einem Stück bestehender Lasten sind wahrscheinlich zuerst Schleifen
angewendet worden. Diese Fuhrwerke bestehen in ihrer gewöhnlichen
Gestalt aus zwei parallel durch geeigneten Querverband in ihrer Lage
festgelegten Bäumen, welche an der unteren Seite auch wohl mit Eisen
beschlagen sind. Bei Schlitten ist dann noch ein zur Aufnahme der zu
transportirenden Güter bezw. Personen geeigneter Oberkasten auf der
Schleife angebracht.
Den Widerstand der Schleifen und Schlitten erhält man, wenn
man deren Gewicht mit dem betreffenden Koeffizienten der gleitenden
Reibung multiplizirt. Diese Koeffizienten sind nun nach der Art und
dem Zustande der sich reibenden Flächen sehr verschieden. Für die
Bewegung dieser Fuhrwerke auf Schnee und Eis ist der betreffende
Koeffizient klein; z. B. beträgt derselbe für die Bewegung stählerner
Schlittenkufen auf gefrorenem Schnee oder Eis 0,02. Für die Bewegung
der Schleifen oder Schlitten auf gewöhnlichen Wegen ist der Koeffizient
gröfser. Die Schleifen und Schlitten finden daher ihre hauptsächlichste
Verwendung im Winter auf Schnee und Eis; sie kommen indefs auch
in Hochgebirgen das ganze Jahr hindurch zur Verwendung bei thal-
wärts gehenden Holztransporten.
§ 262. Allgemeines über Fuhrwerke. Bei den allgemeiner ge-
bräuchlichen Fuhrwerken kann man unterscheiden:
1. Fuhrwerke mit einem Rade (Schiebekarren u. s. w.).
2. Fuhrwerke mit zwei Rädern (Karren).
3. Fuhrwerke mit vier Rädern.
Aufserdem kommen wohl noch Fuhrwerke mit drei Rädern und
mit mehr als vier Rädern vor; dieselben sind indefs seltener in Ver-
wendung und sollen daher auch weiter nicht in Betracht gezogen werden.
Bei sämmtliclien Fuhrwerken ist immer ein Obergestell und ein
Untergestell vorhanden. Das letztere ist, wie auch bei den Eisenbahn-
fuhrwerken, nicht so sehr verschieden gebaut, wie das Obergestell.
Erwähnt soll hier das in neuerer Zeit mehr angewendete Velociped
werden. Dieses Fuhrwerk, welches bekanntlich nur zur Beförderung
von Personen dient, kommt in verschiedenen Formen vor:
1. das Einrad,
2. das Zweirad und zwar :
a) das gewöhnliche hohe Zweirad,
b) das Sicherheitszweirad,
3. das Dreirad.
Dreiräder werden auch als Beförderungsmittel von Bedarfs-
gegenständen u. s. w. benutzt. Gewöhnlich sind dieselben mit einem
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