Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Betriebsmittel für Nebenbahnen, Kleinbahnen und andere neuere Transport-Einrichtungen — Berlin, um 1900

Page: 360
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E. Transport auf Landwegen.

§ 274. Anbringung von Tragefedern. Die Anbringung von Federn
zwischen Obergestell und Untergestell der Wagen geschah ursprünglich
zu dem Zweck, bei den zum Transport von Personen dienenden Wagen
ein bequemeres Fahren dadurch zu ermöglichen, dafs die bei der Be-
wegung vorkommenden, durch die Unebenheiten der Fahrbahn hervor-
gebrachten unvermeidlichen Stofs Wirkungen für die im Wagen befind-
lichen Personen möglichst unschädlich gemacht werden. Gleichzeitig
wird dabei aber noch der Vortheil erreicht, dafs der Zugwiderstand
geringer wird.
Man hat deshalb neuerdings auch bei vierrädrigen Fuhrwerken
zum Transport von Materialien, namentlich wenn diese leicht zer-
brechlich sind, Tragefedern zwischen Oberkasten und Untergestell an-
gebracht.
Die Federn werden meistens aus Stahl in Form von Blattfedern
hergestellt.
§ 275. Die vortlieilhafteste Richtung der Zugstränge bei Pferden.
Es ist nicht gleichgültig für die Ausnutzung der Zugkraft der Zug-
thiere, wie die Zugstränge gegen die Bahnebene gerichtet sind.
Der Winkel, den die Zugstränge mit der Bahnebene bilden,
kann nicht überall gleich sein, sondern hängt von verschiedenen Um-
ständen ab. Zunächst ist derselbe abhängig von der Stärke der Pferde,
von der Geschwindigkeit, von der Beschaffenheit der Fahrbahn u. s. w.
Auch ist zu berücksichtigen, dafs beim Anfahren von den Pferden
immer eine mehr oder weniger gröfsere Zugkraft angewendet werden
mufs, als während der Fahrt.
Der Neigungswinkel der Zugstränge gegen die Fahrbahn wird bei
Pferden zu 10 bis 18 Grad angegeben und, wenn das Pferd ein Sattel-
pferd ist, zu 6 bis 7 Grad. Da bei Vorspannpferden die Stränge in
dieser Weise nicht angebracht werden können und somit die Zugkraft
ungünstiger wirkt, so ergiebt sich, dafs es zweckmäfsiger ist, die Pferde
neben einander, als vor einander, zu spannen.
§ 276. Strafsenlokomotiven. Zum Schlufs mag noch eine kurze
Bemerkung über Strafsenlokomotiven hinzugefügt werden.
Nachdem verschiedentlich Versuche angestellt sind, derartige Kraft-
maschinen zum Transport von beladenen Fuhrwerken zu ermöglichen,
ist man bis jetzt darüber sich klar geworden, dafs Strafsenlokomotiven
nur für ganz besondere Zwecke mit Nutzen verwendet werden können
und eine allgemeine Anordnung sonach vorläufig ausgeschlossen er-
scheint. Weiteres hierüber ist in Rülilmann’s Allgemeiner Maschinen-
lehre, Bd. 3, S. 153 u. f. enthalten.
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