Theater von August v.[on] Kotzebue (Zehnter Band) — Leipzig/​Wien, 1840

Page: 121
DOI Page: Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/39-2128-10/0120
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
121
Dieth. (bei Seite). Ha! daß g'rade dieser Mensch mein
Wohlthäter sein muß!
Rath. Der junge Diethelm tritt in die Fußstapfen sei-
nes Vaters. Er ist weit entfernt, uns zu beunruhigen, wenig-
stens nicht auf die Art, die wir befürchteten. Hier steht er
selbst.
Näthin. Sein Sie mir herzlich willkommen!
Dieth. Verzeihen Sie, Madame, wenn ich tu diesem
Augenblick unfähig bin,— ich werde von mancherlei Gefühlen
bestürmt. (Zum Fähnrich.) Mein Herr, ich habe heute überall
das Glück und Unglück, Sie zu finden.
Soph. (lächelnd). Herr Diethelm, ich stelle Ihnen meinen
Bruder vor.
Dieth. (versteinert) Ihren Bruder?
Fähnr. Wir kennen uns schon.
Soph. (schalkhaft). Nicht ganz, wie es scheint.
Nath. Was fehlt Ihnen, Herr Diethelm?
Näthin. Der junge Mensch ist seltsam.
Dieth. Bruder?
Fahne. Zweifeln Sie nicht. Weder adoptirt, noch erkallft.
Math. Was sott das heißen?
Dieth. (kniet nieder und streckt die Hand nach Sophien aus).
Vergebung, Sophie!
Soph. Verdient?
Dieth. Unverdient!
<E0ph. (reicht ihm die Hand). Stehen Sie auf!
Dieth. Ich bin beschämt.
Nath. Jetzt errathe ich —
Näthin. Mir find es Räthsel.
Iähnr. Und mir.
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list